Donnerstag, 27. Mai 2004

Martin im Visier der EU: Kämpfer gegen Spesen-Ritter soll selbst ein "Sünder" sein!

  • EU-Parlament prüft Vorwurf des Missbrauchs
  • Antwort von Martin wird "so rasch wie möglich" erwartet

Ist der Mann, der sich dem Kampf gegen Spesen-Ritter verschrieben hat, selbst ein Spesen-Sünder? Das Europa-Parlament geht einer "durch Dokumente belegten" Beschwerde nach, wonach der parteilose österreichische EU-Abgeordnete Hans-Peter Martin seine Sekretariats-Zulage missbraucht haben soll. Es habe von einem "ranghohen EU-Abgeordneten" ein Schreiben gegeben, dass Martin seine Spesen missbraucht habe, sagte David Harley, Sprecher des EU-Parlaments.

Nun werde demnächst vom Generalsekretär des EU-Parlaments ein Schreiben an Martin ergehen, in dem dieser zu einer Stellungnahme aufgefordert wird, sagte Harley. Über Details könne er keine Auskunft erteilen, da man zuerst die Reaktion Martins abwarten wolle. Aber der Vorwurf sei auch "durch Dokumente belegt".

Eine Frist für eine Reaktion Martins sieht das Verfahren nicht vor, doch erwarte man eine Antwort "so rasch wie möglich", auch wenn jetzt Wahlkampf sei, so Harley. Das EU-Parlament gehe davon aus, dass Martin in einer "angemessenen Form" reagieren werde. (apa/red)

27.5.2004 13:47