"EU-Rebell" Martin startet Wahlkampf mit Auto "Hermine", 1Plakat und 2 Assistenten
- Er brachte Pkw als lebenden Kilometergeld-Beweis mit
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Kein pompöser EU-Wahlkampfauftakt, sondern ungewöhnliche One-Man-Show mit Assistenten: Hans Peter-Martin startete vor lärmender Verkehrskulisse am Wiener Westbahnhof. Mit einem Plakat ("EU-Brüssel aufräumen - der Demokratie helfen", "Für Bescheidenheit und Transparenz - Gegen Spesenrittertum"), seinem Auto "Hermine" ("lebender Beweis" für seine Kilometergeld-Abrechnungen) und den beiden Mitstreitern Karin Resetarits und Kurt Köpruner.
Der EU-Abgeordnete hat den Europa-Wahlkampfstart am Montagvormittag vor dem Wiener Westbahnhof begangen - mit Verkehrslärm statt Applaus-Kulisse und seinem einzigen Wahlplakat. Auf gelbem Kunststoff steht da zu lesen: "EU-Brüssel aufräumen - der Demokratie helfen", darunter Slogans wie "Für Bescheidenheit und Transparenz - Gegen Spesenrittertum".
Man begreife den Wahlkampfauftakt "nicht als den Ort, wo sich handverlesene Claqueure treffen", betonte Martin, als er mit einer viertel Stunde Verspätung im gewohnt zerknitterten Leinen-Sakko ankam. Zur Unterstützung hatte er sich seine Kollegen Karin Resetarits und Kurt Köpruner mitgebracht.
Hauptdarsteller des Events war aber Martins Auto ("wir nennen es inzwischen Hermine"), Kilometerstand 167.721. Martin hatte "Hermine" nämlich mitgebracht, um Vorwürfe, er habe als EU-Parlamentarier unsaubere Kilometergeld-Abrechnungen vorgenommen, zu widerlegen: Das Auto existiere, er fahre auch damit und seine Kilometerabrechnung (2001 rund 42.000 km) könne anhand von ebenfalls mitgebrachten Tankbelegen nachvollzogen werden, versicherte Martin.
"Ich habe nicht die Pauschale genommen. Ich könnte 200.000 Euro sofort haben, wenn ich es so machen würde, wie die Kollegen", betonte der EU-Abgeordnete. An der Offenlegung der Belege des FP-Spitzenkandidaten Hans Kronberger Montagmittag will Martin nicht teilnehmen und sprach in diesem Zusammenhang von einem "üblen Ausdruck von Scharfrichtermentalität" und Western-Attitüden a la Konfrontation zu "High-Noon".
Resetarits will sich, sollte sie am 13. Juni gewählt werden, auf die Kommunikation mit den Bürgern konzentrieren und beispielsweise Diskussionsveranstaltungen in ganz Österreich abhalten. Der Martin-Partei HPM ist sie mittlerweile beigetreten, ebenso wie Köpruner. Resetarits: "Wir sind zu dritt. Mehr wird es auch nicht geben in der Partei, weil sie ein reines technisches Vehikel (für die Wahlkampfkosten-Rückerstattung, Anm.) ist."
Im Anschluss an den Event zogen Martin und Kollegen weiter, zum Wahlkämpfen in die Mariahilfer-Straße und auf den Karmeliter-Markt. Das Plakat blieb vorerst vor dem Westbahnhof stehen - bewacht von Resetarits ältestem Sohn Benjamin, der gemeinsam mit einem Freund Flugzettel verteilte. Es soll bei weiteren ähnlichen Veranstaltungen in den Bundesländern zum Einsatz kommen. (apa)
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