Montag, 24. Mai 2004

FP schießt sich im EU-Wahlkampf auf die Türkei ein: Beitritt wird "absolut abgelehnt"!

  • Österreich kein Ausweichquartier für radikale Islamisten
  • ONLINE-UMFRAGE: Soll die Türkei in die EU?

Die FPÖ lehnt nach Angaben ihrer Generalsekretärin Magda Bleckmann einen EU-Beitritt der Türkei "absolut ab". In einer Aussendung am Montag warnte Bleckmann davor, dass sich der "politische Islam" Österreich als Basis ausgesucht habe. Österreich dürfe aber nicht zum "Ausweichquartier für radikale Islamisten werden".

Bleckmann verwies auf die Zulassung von Absolventen der islamistischen "Imam Hatip" Schulen an türkischen Universitäten. "Wenn radikale islamistische Organisationen erfolgreich beginnen das laizistische System der Türkei zu unterwandern, dann wird klar warum wir Freiheitliche einem EU-Beitritt der Türkei absolut ablehnend gegenüberstehen". Europa müsse zuerst seine eigenen Probleme lösen, bevor man sich mit den Problemen Anderer beschäftigen könne. "Eine Vertiefung nach Innen und keine Erweiterung nach Außen ist das Motto der nächsten Jahre".

Bleckmann warnte in diesem Zusammenhang auch davor, dass sich der "politische Islam" Österreich als Basis ausgesucht habe. Um dem noch bestehenden Kopftuchverbot und sonstigen Restriktionen in der Türkei auszuweichen, sei laut der auflagenstärksten türkischen Tageszeitung Hürriyet Wien zum Zentrum für islamische Schüler und Studenten geworden. So sei das staatlich zugelassene Islamische Gymnasium das einzige seiner Art in Europa. "Die Religionsfreiheit ist ein unangreifbares Gut unserer Gesellschaft, aber Österreich muss wachsam sein, nicht zu einem Ausweichquartier für in der Türkei nicht geduldete, radikale Islamisten zu werden.

"Die Europäische Union ist mit einem Beitritt der Türkei finanziell und kulturell überfordert. Die Türkei ist kein Teil der Europäischen Wertegemeinschaft. Europa endet am Bosporus. Die EU ist eine europäische Wertegemeinschaft und keine Eurasische Wirtschaftsunion", bekräftigte Bleckmann. Die FPÖ mit ihrem Spitzenkandidaten Hans Kronberger sei der Garant für die Verhinderung eines türkischen Beitritts. (apa)

24.5.2004 10:50