Sonntag, 30. Mai 2004

Erneut Kämpfe in Afghanistan: Acht Soldaten bei Taliban-Angriff getötet

  • Schwerste Verluste für US-Armee seit Monaten

Mutmaßliche Taliban-Kämpfer haben in der südafghanischen Provinz Zabul vier amerikanische Soldaten getötet und den US-Truppen in Afghanistan damit die schwersten Verluste seit Monaten zugefügt. Bei einem Angriff mutmaßlicher Taliban in der südafghanischen Provinz Helmand wurden nach offiziellen Angaben vier afghanische Regierungssoldaten und einer der Rebellen getötet.

Die amerikanischen Soldaten seien am Samstag "im Kampf gefallen", teilten die US-Streitkräfte am Sonntag mit. Ein Sprecher der radikalislamischen Taliban, Abdul Latif Hakimi, sagte, die US- Soldaten in Zabul seien bei einem Angriff der Rebellen getötet worden. Die Taliban hätten zudem zwei amerikanische Panzer zerstört und planten weitere Angriffe gegen ausländische Truppen.

Bei einem US-Luftangriff auf einen Taliban-Stützpunkt in Zabuls Nachbarprovinz Kandahar waren vergangenen Dienstag nach afghanischen Armeeangaben rund 20 Rebellen getötet worden. In Zabul kam es in den vergangenen Tagen immer wieder zu Kämpfen.

In Helmand hätten die Rebellen in der Nacht auf Sonntag einen Stützpunkt afghanischer Regierungstruppen im Distrikt Musa Qala angegriffen, sagte Distriktgouverneur Mullah Amir am Sonntag. Einer der Angreifer sei festgenommen worden. Acht Soldaten und drei Taliban seien bei den Kämpfen verletzt worden.

In Afghanistan suchen rund 20.000 US-geführte Koalitionssoldaten nach Kämpfern der Taliban und des Terrornetzwerks El Kaida. Die Ende 2001 gestürzten Taliban haben zum Dschihad, zum Heiligen Krieg, gegen ausländische Truppen und Unterstützer der Übergangsregierung unter Präsident Hamid Karsai aufgerufen. Seit Jahresbeginn sind bei Kämpfen und Anschlägen mehr als 230 Menschen getötet worden. (apa)

30.5.2004 20:19