El Kaida-Terror in Saudiarabien: Mehrere Tote bei Angriff auf Ölfirmen in Al Khobar!
- Extremisten verschanzen sich mit Geiseln in Gebäude
- Drei Niederländer können Attentätern entkommen!
Neuer Terror in Saudiarabien: Eine Gruppe bewaffneter Männer stürmte am Samstag auf das Gelände von zwei Ölfirmen in der östlichen Stadt Al Khobar und erschoss nach Angaben von Kronprinz Abdullah mindestens zehn Menschen. Nach einem Feuergefecht mit saudischen Sicherheitskräften verschanzten sich die Täter in einer Wohnanlage und nahmen nach Angaben eines Hausverwalters bis zu 50 Geiseln, darunter Amerikaner, Italiener und Araber. Drei Niederländern war die Flucht aus der Gewalt der Geiselnehmer geglückt. Die islamistische Extremistengruppe El Kaida bekannte sich im Internet zu dem Überfall.
Bei dem Terrorangriff wurden mindestens drei westliche Ausländer getötet, unter ihnen ein Amerikaner. In unbestätigten Berichten ist von insgesamt 15 oder 16 Toten die Rede. Unter den Toten ist auch ein kleines Mädchen, wie Kronprinz Abdullah mitteilte.
Drei Niederländer entkamen Geiselnehmern
Die beiden Frauen und der Mann, denen die Flucht gelang, berichteten einem AFP-Korrespondenten unmittelbar nach ihrem Entkommen, sie seien heimlich über einen Zaun der Wohnanlage geklettert, wo Geiselnehmer eine unbekannte Zahl von Menschen in ihrer Gewalt hielten.
Das niederländische Außenministerium gab unterdessen in Den Haag bekannt, dass es sich bei den Freigekommenen um drei Niederländer handelt. Es gehe ihnen "den Umständen entsprechend gut", sagte eine Sprecherin. Sie sollten so schnell wie möglich in die Niederlande zurückgebracht werden. Zu den Umständen der Befreiung wollte sie sich nicht äußern.
Fünf libanesische Geiseln frei
Der libanesische Botschafter teilte bereits zuvor mit, fünf Landsleute seien freigelassen worden. Er wisse aber nicht, ob sich noch andere Menschen in der Gewalt der Attentäter befänden. Die Männer hätten vorübergehend ein libanesisches Paar und dessen Sohn sowie eine Frau mit ihrer Tochter als Geiseln genommen. "Die saudischen Sicherheitskräfte haben es geschafft, alle Libanesen zu befreien", sagte Botschafter Ahmed Khammat der Nachrichtenagentur AP.
Nach Aussage eines Freigelassenen haben die Geiselnehmer arabische Bewohner offenbar gezielt verschont. "Um 9.00 Uhr (Ortszeit) klopfte ein Bewaffneter an der Tür unserer Villa und fragte uns, ob wir westliche Ausländer seien", berichtete der aus dem Libanon stammende Bewohner Abdel Salam Hakawati. "Dann befahl er uns, im Haus zu bleiben und sagte, er und seine Kameraden seien draußen." Danach seien saudiarabische Sicherheitskräfte vorbeigekommen und hätten ihm gesagt, er solle mit seiner Familie im Haus bleiben.
El Kaida bekennt sich zu Überfall
Auf einer radikal-islamischen Internet-Seite bekannte sich die El Kaida zu dem Überfall. "Mit der Gnade Gottes hat heute ein Kommando unserer heldenhaften Mujaheddin amerikanische Unternehmen gestürmt, (...) die auf Öl spezialisiert sind und die Moslems ihres Reichtums berauben", heißt es in der Stellungnahme, die mit "El Kaida-Netz auf der Arabischen Halbinsel" unterzeichnet war. Auf der Internet-Seite waren bereits mehrfach Bekennerschreiben veröffentlicht worden, die El Kaida zugeschrieben werden.
Der El-Kaida-Anführer Abdulaziz al Mukrin hatte in dieser Woche auf mehreren Internet-Seiten zu einem Guerilla-Krieg in Saudiarabien aufgerufen. Er hatte sich auch zu dem Anschlag auf ein europäisches Ölunternehmen in der Hafenstadt Yanbu am Roten Meer bekannt, bei dem zwei US-Bürger, zwei Briten und ein Australier getötet worden waren. In der vergangenen Woche war in der Hauptstadt Riad ein Deutscher erschossen worden. Saudiarabien hatte sich erst vor wenigen Tagen verpflichtet, im Juni seine Ölförderung um zehn Prozent zu steigern, um dem hohen Ölpreis entgegenzuwirken. (apa/red)
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