"Volle Souveränität": Bush lässt irakischer Übergangsregierung freie Hand!
- Mediziner Allawi soll neuer Ministerpräsident werden
- Zusammensetzung der Regierung steht kurz bevor
·Iyad Allawi: Der Irak-Präsident im Porträt
Schiitischer Politiker war Gegner von Saddam
Die irakische Übergangsregierung erhält nach den Worten von US-Präsident Bush bei dem für Ende Juni geplanten Machtransfer die volle Souveränität. "Unsere Regierung und unsere Koalition wird der irakischen Übergangsregierung die volle Souveränität, die ganze und volle Souveränität, übertragen", sagte Bush nach einem Treffen mit dem dänischen Ministerpräsidenten Rasmussen in Washington.
Bush berichtete auch von einem zuvor geführten Telefonat mit dem russischen Präsidenten Putin, bei dem sie eine Zusammenarbeit an der neuen Irak-Resolution vereinbart hätten. Die USA machten Fortschritte bei der Resolution, sagte Bush.
Der provisorische Regierungsrat hat den Schiiten Allawi aus den eigenen Reihen für das Amt des Ministerpräsidenten vorgeschlagen. Der Mediziner und schiitische Muslim war Mitglied der Baath-Partei, bis er in den siebziger Jahren mit Saddam Hussein brach und ins Exil ging. Die UNO "begrüßten" die Nominierung erst nach einigem Zögern, US-Außenminister Powell regierte ebenfalls vorsichtig.
Zusammensetzung steht kurz bevor
Die Entscheidung über die Zusammensetzung der irakischen Übergangsregierung steht offenbar kurz bevor. Er rechne damit, dass die Regierungsmitglieder noch in den nächsten Tagen bekannt gegeben würden, sagte Mahmud Othman, kurdisches Mitglied des Regierungsrates. Für den Posten des Präsidenten stünden der derzeitige Chef des Regierungsrates, Ghazi al Yawar, und der Sunnit Adnan Pachachi zur Debatte.
Die Liste der Minister würde nun zwischen Allawi, US-Zivilverwalter Paul Bremer und dem UNO-Sonderbeauftragten für Irak, Lakhdar Brahimi, beraten, sagte Othman.
Weitere Anschläge auf irakische Politiker
Auf zwei irakische Politiker wurden indes erneut Anschläge verübt. Nur wenige Stunden nach einem Angriff auf einen Konvoi von Regierungsratsmitglied Khafaji wurde nach dem Gebet in der Pilgerstadt Najaf das Auto von Scheich Sadreddin el Kabanji, einem führenden Mitglied des Hohen Rates für die Islamische Revolution im Irak, beschossen. Die beide Männer überlebten unverletzt, zwei Begleiter starben.
In Kufa gab es trotz einer vereinbarten Waffenruhe neue Gefechte zwischen US-Soldaten und Anhängern des radikalen Schiitenpredigers Al Sadr. Dabei wurden nach Angaben von Ärzten sechs Iraker getötet und 14 verwundet. Die US-Truppen ließen unterdessen weitere Gefangene aus dem Militärgefängnis von Abu Ghoreib bei Bagdad frei. (apa/red)
Wetter in Österreich08:07
Es trübt sich einWoche nach Pfingsten unbeständig. Sonne, Regen und Gewitter - alles ist möglich.
Familiendrama in St. Pölten15:23
Bluttat: Bub ist totÄrzte kämpften erfolglos: Achtjähriger Bub nach Kopfschuss gestorben
