Erdbeben im Iran: Mehr als 60 Tote, große Sachschäden, zahlreiche Nachbeben
- 208 Nachbeben, über 250 Verletzte
Drei Tage nach dem schweren Erdbeben im Nordiran, ist die Zahl der Todesopfer angeblich auf über 60 gestiegen. Amtliche Quellen sprechen von 35 Toten und rund 250 Verletzten.
Auf einer Bergstraße von Teheran ans Kaspische Meer, auf der die meisten Menschen bei der Katastrophe umgekommen waren, seien am Sonntag mindestens 20 Leichen aus Autowracks geborgen worden. Das berichtete die Hilfsorganisation Roter Halbmond.
Der Sachschaden wurde in den von den Beben betroffenen Provinzen Masandaran und Kaswin nach Behördenangaben auf rund 220 Millionen Euro geschätzt. Davon entfielen allein rund 200 Millionen Sachschaden auf Masandaran.
In einer von dem iranischen Präsidenten Mohammed Chatami geleiteten Kabinettssitzung berieten Politiker über Hilfsmaßnahmen, hieß es am Montag bei der iranischen Nachrichtenagentur IRNA. IRNA berichtete außerdem von mehr als 208 Nachbeben der Stärke 1,6 bis 5,5 auf der Richterskala.
Beim Absturz eines Rettungshubschraubers in der Erdbebenregion waren bereits am Samstag neun Menschen ums Leben gekommen. Unter den Toten sind der Gouverneur der Provinz Kaswin, sein Stellvertreter und der örtliche Polizeikommandant. Der Hubschrauber war von einer Inspektionstour in den betroffenen Orten Alamut und Rudbar auf dem Weg zurück in die Provinzhauptstadt Kaswin.
Nach einer Bilanz des Gouverneursbüros der Provinz Masandaran wurden dort mehr als 3.800 Häuser beschädigt. Auch die Infrastruktur und Agrarbetriebe seien betroffen. In der Provinz Kaswin waren die Schäden bereits mit etwa 800 beschädigten und 200 zerstörten Häusern bilanziert worden.
Das Beben hatte nach Angaben des Nationalen Erdbeben-Informationszentrums NEIC der USA mit 6,3 auf der Richterskala dieselbe Stärke wie das katastrophale Beben von Bam vor rund fünf Monaten mit mehr als 26 000 Toten. Seismologen der Universität Teheran ermittelten hingegen die Stärke 5,5. Das Epizentrum lag zwischen der Hauptstadt Teheran und dem Kaspischen Meer bei dem Ort Baladeh.
(apa/red)
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