Freitag, 28. Mai 2004

Sechs Tote im Libanon: Zusammenstoß zwischen Regierungsgegnern und Soldaten

  • Demonstranten protestierten gegen Wirtschaftspolitik

Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen libanesischen Regierungsgegnern und Soldaten sind am Donnerstag sechs Menschen getötet worden, 32 weitere wurden verletzt. Die Soldaten gaben nach Angaben aus Sicherheitskreisen Warnschüsse ab, um Demonstranten zu vertreiben, die in Beirut gegen die Wirtschaftspolitik der Regierung protestierten. Mehrere Kugeln trafen Demonstranten.

Nach Armeeangaben versuchten die Protestierenden, Militärfahrzeuge in ihre Gewalt zu bringen. 20 Soldaten wurden bei Zusammenstößen mit steinewerfenden Demonstranten verletzt. Ein Feuerwehrmann wurde von Schüssen getroffen, als er von den Regierungsgegnern in Brand gesetzte Reifen löschen wollte. Er starb im Krankenhaus.

Der Gewerkschaftsbund hatte zuvor zu einem Streik aufgerufen, um die Regierung zur Senkung der Benzinpreise zu zwingen. Die Demonstration, an der sich rund 2.000 Menschen beteiligten, richtete sich auch gegen die Wirtschaftspolitik und das immense Staatsdefizit. Der Streik unterbrach den Flugverkehr auf dem internationalen Flughafen Beiruts für drei Stunden.

Staatspräsident Emile Lahoud forderte eine Untersuchung der Ausschreitungen. Amnesty international rief die libanesischen Behörden auf, eine unabhängige und unparteiische Untersuchung der Gewalt einzuleiten. Die Verantwortlichen - ob Demonstranten oder Soldaten - müssten zur Verantwortung gezogen werden. (apa)

28.5.2004 09:41