Donnerstag, 27. Mai 2004

Attentat auf Regierungsmitglied im Irak:
Politikerin überlebt, Sohn & Leibwächter tot

  • Sohn der Politikerin angeblich bei Anschlag getötet
  • Unbekannte überfallen Konvoi von Salama al Khafaji

Die irakische Regierungsrätin Salama al-Khafaji hat am Donnerstag einen Angriff auf ihren Konvoi südlich der Hauptstadt Bagdad Ratskreisen zufolge unverletzt überlebt. Ihr Sohn wurde getötet und drei Sicherheitsmänner erlitten Verletzungen.

Khafaji ist Schiitin und war von der umkämpften Stadt Najaf aus auf dem Rückweg nach Bagdad. Es war zunächst unklar, ob es sich um einen politisch motivierten Anschlag oder einen räuberischen Überfall handelt. In der vergangenen Woche wurden zwei Anschläge auf Mitglieder des von den USA eingesetzten Regierenden Rates verübt. Einer der beiden Räte überlebte verletzt. Khafaji rückte im Rat selbst für ein Mitglied nach, das im September getötet worden war. Am 30. Juni soll eine Übergangsregierung die Macht im Irak übernehmen.

"Wir haben gehört, dass einige verletzt wurden. Sie (Khafaji) ist ersten Hinweisen zufolge nicht unter den Verletzten", sagte ein Berater des Regierungsrats Mohammed Bahr el Ulum. Ulum hatte wie Khafaji an den Vermittlungsgesprächen zwischen dem aufständischen Schiitenführer Moktada el Sadr und der US-Armee zur Beendigung der Kämpfe in Najaf teilgenommen.

Sohn bei Anschlag getötet
Der Sohn der Regierungsrätin sei ums Leben gekommen, als sein Fahrzeug während des Angriffs von der Straße abkam und eine Böschung des Flusses Yusufiya hinabstürzte, sagte ein Berater des Ratsmitglieds Abdul Karim al-Mohammadaui, der ebenfalls an den Gesprächen in Najaf beteiligt war. Der Angriff ereignete sich den Angaben zufolge etwa 40 Kilometer südwestlich von Bagdad. In dem Gebiet sind wiederholt Autokonvois unter Beschuss gekommen.

In der vergangenen Woche riss ein Selbstmordattentäter den amtierenden Ratschef Izzedin Salim vor dem Eingang der US-Zivilverwaltung in Bagdad mit in den Tod. Wenige Tage später wurde der stellvertretende Innenminister General Abdel Jabar al-Shaikli durch eine Autobombe verletzt, die vor seinem Haus in Bagdad explodierte. Zu dem Anschlag auf Salim bekannte sich eine Gruppe, die US-Angaben zufolge zur radikal-moslemischen El Kaida Verbindungen hat. Die Mitglieder des Regierungsrates werden wegen ihrer Zusammenarbeit mit den USA von den extremen Gegnern der US-Besatzung als Verräter betrachtet.
(apa/red)

27.5.2004 21:23