Chance für den Frieden: Al Sadr schlägt erstmals Rückzug seiner Milizen vor
- "Um die tragische Situation in Najaf zu beenden"
- US-Besatzer "begrüßen" den Al-Sadr-Vorschlag
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Die US-Streitkräfte beenden nach sechs Wochen blutiger Kämpfe ihre Offensive in Najaf, wie Koalitionssprecher Dan Senor am Donnerstag bekannt gab. Sie akzeptierten damit ein Abkommen, auf das sich schiitische Geistliche in der heiligen Stadt mit dem radikalen Prediger Muktada al Sadr geeinigt hatten.
Die Koalitionssoldaten würden in der Stadt bleiben, bis irakische Sicherheitskräfte die Kontrolle übernehmen könnten, sagte Senor. Bis dahin würden US-Soldaten weiter patrouillieren, jedoch keine Angriffe mehr vornehmen. Die Streitkräfte nahmen das Angebot Al Sadrs an, obwohl darin nicht vorgesehen ist, dass dieser sich selbst ausliefert oder bereit erklärt, seine El-Mahdi-Miliz umgehend aufzulösen.
Nach der ersten Nacht ohne Gefechte waren im Zentrum der schiitischen Pilgerstadt am Donnerstag keine bewaffneten Al-Sadr-Anhänger mehr zu sehen. Dafür patrouillierten vereinzelt irakische Polizisten. Mehrere Geschäfte öffneten wieder. In den Schulen wurden Vorbereitungen für die Wiederaufnahme des Unterrichts getroffen.
Der irakische Sicherheitsberater Muwaffak Al Rubaie Rubaie erklärte, Al Sadr habe in einem Brief an die Schiitenführer der Stadt den Abzug seiner Milizionäre vorgeschlagen. "Um die tragische Situation in Najaf und die Verletzung ... der heiligen Stätten zu beenden, kündige ich meine Zustimmung zu Folgendem an: Beendigung aller bewaffneten Demonstrationen, Evakuierung von Regierungsgebäuden ... und der Abzug aller Mahdi-Kämpfer", zitierte Al Rubaie. Der heilige Schrein der Stadt war am Dienstag beschädigt worden.
In einer Vier-Punkte-Vereinbarung soll es heißen, die Milizionäre wollten die Kämpfe in Najaf, Kufa und Kerbala einstellen. Alle Mitglieder der "Mahdi-Armee", die nicht aus Najaf stammten, sollten die Stadt verlassen. Die Polizei solle die alleinige Kontrolle übernehmen. Die US-Truppen sollten sich in ihre Stützpunkte zurückziehen, könnten aber außerdem an einigen wichtigen Positionen präsent sein. Als vierten Punkt führt Al Sadr demnach an, dass gegen ihn keine juristischen Maßnahmen ergriffen werden sollten. Gegen ihn liegt nämlich ein Haftbefehl wegen Beteiligung am Mordkomplott an einem Geistlichen vor. Die US-Besatzer beharren aber dennoch darauf, dass sich der Schiitenführer stellt.
(apa/red)
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