Brutale Schul-Gang verprügelte Kollegen: Bis zu 18 Monate Haft für Teenager!
Schuldig, bis zu 18 Monate Haft! Das ist das Urteil für die Angeklagten, die einen Schüler verprügelt haben: Er wurde geschlagen, sexuell gedemütigt und getreten - drei Monatelang. Laut Anklage musste das Opfer einen Zigarettenstummel kauen, seinen Intimbereich entblößen, wurde durch Schläge und Tritte im Gesicht, an Armen und Brustkorb verletzt. Prügel-Bilder sollen anschließend über das Internet verbreitet worden sein!
Für die monatelange Misshandlung hat das Hildesheimer Landgericht drei Berufsschüler zu Jugendstrafen zwischen 15 und 18 Monaten verurteilt. Die anderen sechs Angeklagten erhielten Bewährungsstrafen, Dauerarrest oder müssen soziale Arbeitsstunden ableisten. Das teilten Staatsanwalt und Verteidiger nach der Verhandlung mit.
Die 16- bis 18-Jährigen hatten gestanden, ihr Opfer immer wieder während des Unterrichts gequält und sexuell gedemütigt zu haben. Einige der Taten nahmen sie auf Video auf und stellten sie ins Internet. Wegen der Geständnisse blieb dem 17-Jährigen eine detaillierte Zeugenaussage vor Gericht erspart.
Das Gericht blieb mit seinem Urteil etwas unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die für die drei Haupttäter Jugendstrafen bis zu 22 Monaten gefordert hatte. Richter, Verteidiger und Staatsanwälte hatten sich bereits am ersten Prozesstag darauf geeinigt, wie die Jugendlichen höchstens bestraft werden sollen. Ursprünglich waren elf Schüler - die ganze Klasse - angeklagt, das Verfahren gegen zwei von ihnen wurde im Verlauf des Prozesses aber eingestellt.
Die Anklage
Die Anklage warf den elf Jugendlichen vor, ihren Mitschüler drei Monate lang immer wieder geschlagen, getreten und sexuell gedemütigt haben. Das Opfer musste demzufolge einen Zigarettenstummel kauen, seinen Intimbereich entblößen und erlitt durch Schläge und Tritte zahlreiche Prellungen im Gesicht, an Armen und am Brustkorb. Bei den Gewalttaten aufgenommene Bilder sollen anschließend über das Internet verbreitet worden sein. Die Staatsanwaltschaft wertete die insgesamt 26 Einzeltaten, an den sich in kleinen Gruppen jeweils unterschiedliche Mitschüler des Opfers beteiligt hätten, als gefährliche Körperverletzung, Nötigung, räuberische Erpressung und Sachbeschädigung vor.
Die Berufsgrundbildungsklasse der Hildesheimer Werner-von-Siemens-Schule, in der sich alle elf Klassenkameraden des heute 18-jährigen Opfers an den Misshandlungen beteiligten, wurde nach Angaben des niedersächsischen Kultusministeriums inzwischen aufgelöst.
(apa)
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