Dienstag, 25. Mai 2004

Flutkatastrophe in der Karibik: Helfer kämpfen gegen Ausbruch von Seuchen

  • Vermutlich schon über 2.000 Todesopfer
  • BILDER: Flutwelle verwüstet das Urlauberparadies!

Nach der Flutkatastrophe in der Karibik kämpfen die Retter gegen den Ausbruch von Seuchen. Neuerliche Regenfälle erschweren die Arbeit der Hilfstrupps in der Domjnikanischen Republik und Haiti zusätzlich. Die Trupps bringen Lebensmittel, Medikamente und Erste-Hilfe-Material in die überschwemmten Gebiete.

Weil noch nicht alle Leichen geborgen waren, bestand akute Seuchengefahr. In der dominikanischen Grenzstadt Jimani sorgte am Samstag ein Erdbeben für Angst und Schrecken. Mit einer Stärke von 4,4 auf der Richterskala richtete es allerdings keine Schäden an.

Bei dem Unwetter Anfang vergangener Woche kamen in beiden Ländern vermutlich mehr als 2.000 Menschen ums Leben. In Haiti wurden bisher 1.000 Opfer offiziell bestätigt, in der dominikanischen Grenzstadt Jimani mehr als 400. In den beiden Ländern, die sich die Karibikinsel Hispaniola teilen, wurden noch hunderte Menschen vermisst. Zahlreiche Opfer wurden ohne vorherige Identifizierung in Massengräbern beigesetzt.

In Jamani gedachten die Menschen am Sonntag mit einem Gottesdienst der Opfer. Der Sonntag war in der Dominikanischen Republik Muttertag. "Ich habe alles verloren", klagte der Unteroffizier Franklin Nova, dessen Mutter von den Fluten des Rio Soleil in den Tod gerissen worden war. Die Deutsche und Französische Botschaft brachten gemeinsam Nahrungsmittel und Kleidung nach Jimani. Der Priester Jose Ramon de la Cruz beklagte, dass sich ortsfremde Dominikaner eingeschlichen hätten, ob von den Hilfsgütern etwas abzubekommen.

In Haiti war der im Südosten des Landes gelegene Ort Mapou am schwersten betroffene. Dort sollen etwa 1.000 Menschen umgekommen sein. Fernsehbilder zeigten, dass nur noch die Dächer der bescheidenen Behausungen aus den Schlamm- und Wassermassen herausragten. Hunderte verzweifelter Überlebender strömten zu den Versorgungsstellen der Hilfsorganisationen, um etwas zu essen und zu trinken zu bekommen. Die Rot-Kreuz-Helfer mussten auch viele Verletzte behandeln, die in den Fluten von treibenden Ästen oder Blechstücken getroffen worden waren.

Zwei Rettungsteams der Vereinten Nationen unterstützen seit Freitag die örtlichen UN-Mitarbeiter, um die nötige Hilfe schnell einschätzen zu können. Nach UN-Angaben dürften insgesamt fast 50.000 Menschen in beiden Ländern von der seit Jahrzehnten schwersten Hochwasserkatastrophe betroffen sein.
(apa/red)

25.5.2004 08:49