Samstag, 29. Mai 2004

Keine Angst vor AKWs: Verbund-Chef
hält Atomkraft für unverzichtbar

  • Auch Amerikaner gehen weiter Richtung Kernenergie
  • Kein Zweifel an der Stilllegung Bohunices

Aus Sicht von Verbund-Generaldirektor Hans Haider kann weder in Europa noch weltweit auf die Nutzung der Atomkraft zur Stromerzeugung verzichtet werden. "Wenn ich moderne westeuropäische Kernkraftwerke sehe, habe ich persönlich keine Angst vor diesen Kraftwerken", sagte Haider.

Auch die Amerikaner würden weiter Richtung Kernenergie gehen. Der Verbund-Chef erinnerte dazu an eine Äußerung von US-Präsident Bush: "We will go ahead with nuclear energy because it is safe and clean." In Österreich ist die energetische Kernkraftnutzung seit einem Vierteljahrhundert durch das Atomsperrgesetz im Verfassungsrang untersagt.

Die benachbarte Slowakei kann nach Meinung von Haider durchaus ohne weiteren Ausbau der Atomanlage Mochovce auskommen. Schließlich verfüge das neue EU-Mitglied über zusätzliche Wasserkraftmöglichkeiten und erhebliche thermische Kapazitäten, die zur Zeit gar nicht ausgefahren würden bzw. die erneuert werden könnten.

Der Verbund-Chef ist zudem überzeugt davon, dass sich die Slowakei an ihre Zusage im Zuge der EU-Beitrittsverhandlungen hält, die beiden Reaktorblöcke Bohunice in zwei Stufen (2006 und 2008) still zu legen. Haider begrüßte, dass anders lautende Äußerungen des Wirtschaftsministers, die offenbar nicht in der Regierung abgestimmt gewesen seien, diese Woche von Präsident Schuster richtig gestellt worden seien.

Das Donaukraftwerk Hainburg, nach Umweltschützer-Protesten in den 80er Jahren und der Errichtung des Nationalparks Donau-March-Thaya ad acta gelegt, wird nach Ansicht von Haider möglicherweise nie kommen. "Ich glaube persönlich nicht, dass dieses Kraftwerk gebaut werden kann", sagte Haider im Ö1-"Mittagsjournal". (apa)

29.5.2004 14:44