Martina hungerte sich tot: Jetzt laufen auch Ermittlungen gegen das Jugendamt!
- Die Mutter bleibt weiter in U-Haft: "Mordverdacht"!
- PLUS: Das sind die 1. Alarmsignale für Magersucht!
·Magersucht: Das sind 1. Alarmsignale!
Überblick: So beginnt die schwere Krankheit!
·Haftbefehl gegen Mutter von Martina!
Vater wurde Kontakt zu seiner Tochter verweigert
·Mutter: "Es liegt alles in Gottes Hand"
Interview nach Martinas Tod: "Spüre keine Trauer"
·Ein Ort ist entsetzt: Mädchen verhungert
Bürgermeister: "Tochter war Mutter hörig!"
·Verhungert! Wer ist schuld am Tod?
Behörde: "Tragischer Fall, der nicht absehbar war"
Sie starb einen qualvollen Tod: Martina, 17 Jahre jung, hungerte sich zu Tode. Sie wog nur noch 38 Kilo! Das Mädchen starb am 24. Mai, am 28. wurde sie in Wolfern (OÖ) zur letzten Ruhe gebettet. Die Mutter wird ihrer Tochter nicht das letzte Geleit geben. Sie befindet sich in einer Nervenklinik, hat keinen Antrag auf Ausgang gestellt. Außerdem wird über die Frau formell die U-Haft verhängt. Aber auch gegen das Jugendamt wird ermittelt! Und der geschiedene Vater meldete sich zu Wort: Er wusste von Problemen, der Kontakt mit seiner Tochter sei ihm aber verweigert worden.
Die Ermittlungen gegen die Behörde bestätigte die Staatsanwaltschaft Steyr. "Zur Zeit gibt es konkrete Ermittlungen sowohl gegen die Mutter als auch gegen das Jugendamt", so die leitende Staatsanwältin Brigitte Loderbauer. Man wolle jetzt "das Umfeld genau durchleuchten". Gegen die verantwortlichen Mediziner gebe es derzeit keine Ermittlungen. Es sei aber möglich, dass es noch Untersuchungen gegen weitere Beteiligte geben könnte. Details dazu wollte sie jedoch nicht veröffentlichen.
Der zuständige Bezirkshauptmann für Steyr-Land Hans Zeller erklärte, von konkreten Ermittlungen wisse man zwar "noch nichts", aber die Staatsanwaltschaft habe "alle Akten des Jugendamtes angefordert".
Auch ein Bruder von Martina litt an Magersucht!
In Zusammenhang mit dem Hungerdrama wurden weitere Details bekannt. Der zuständige Bezirkshauptmann für Steyr-Land: "Auch einer der Brüder des verstorbenen Mädchens habe jahrelang an Magersucht gelitten, die Krankheit schließendlich aber besiegen können", so Hans Zeller.
U-Richter bei der Mutter in der Nervenklinik
Die Justiz wird in den kommenden Tagen über die weitere Vorgehensweise gegen die Mutter von Martina entscheiden. "Ein Sachverständigen-Gutachten wird für die Art der U-Haft ausschlaggebend sein", erklärte Staatsanwalt Guido Mairunteregg.
Der bereits bestellte Gutachter soll die Grundlage für die Entscheidung liefern, "ob die Frau an das Landesgericht Steyr überstellt wird oder die U-Haft unter vorläufiger Anhaltung mit fachärztlicher Betreuung an der Linzer Landesnervenklinik Wagner Jauregg verbleibt", so Mairunteregg. Derzeit befinde sich die Frau "nach wie vor in der geschlossenen Abteilung".
"Wir wollen die erste Entscheidung über die Haft-Art möglichst schnell fällen. Zeitaufwändiger wird sicher die - im Moment aber noch nicht so relevante - Klärung der Frage, ob die Mutter zum Zeitpunkt der Todes der Tochter überhaupt zurechnungsfähig war", so Mairunteregg.
Am Begräbnis ihrer Tochter nahm sie nicht teil: "Die Frau hat keinen Antrag auf Ausgang gestellt und es besteht für sie daher keine Möglichkeit dem Begräbnis beizuwohnen", so Staatsanwalt Mairunteregg. (apa/red)
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