Donnerstag, 27. Mai 2004

Jubiläum am Golan: UNO-Mission in der Pufferzone ist 30 Jahre alt

  • Waffenstillstand zwischen Israel und Syrien überwacht
  • Österreich war von Anfang an bei Mission dabei

Die UN-Mission UNDOF (United Nations Disengagement Observer Force) auf den syrischen Golanhöhen wird 30 Jahre alt. Sie gehört damit zu den ältesten Missionen der Vereinten Nationen. Das österreichische Kontingent ist von Anfang an mit dabei und stellt ein Bataillon auf dem Mount Hermon, der höchsten UN-Position weltweit.

UNDOF wurde auf Grund des Übereinkommens von Genf im Jahre 1974 geschaffen. Israel, Syrien und die Vereinten Nationen waren im Gefolge des Yom-Kippur-Krieges 1973 übereingekommen, das Waffenstillstandsabkommen durch eine UN-Truppe überwachen zu lassen. Seither sind etwas mehr als 1.100 Soldaten in einer Art Pufferzone, die vom Mount Hermon bis an die jordanische Grenze im Süden reicht, eingesetzt. Das Manadat von UNDOF wird alle sechs Monate erneuert, das Jahresbudget beläuft sich derzeit auf 41,8 Millionen US-Dollar.

Österreich war von Anfang an dabei
Ende Mai 1974 erreichten die ersten UN-Soldaten, die von ihrer bisherigen Mission auf der Halbinsel Sinai (UNEF II) abgezogen wurden, ihr neues Einsatzgebiet im Südwesten Syriens. Auch die Österreicher - vor deren Sinai-Einsatz waren sie auf Zypern stationiert gewesen - bezogen in diesen Tagen ihre Stellungen auf dem Berg. Dabei kam es bereits im Juni 1974 zum ersten schweren Unfall, als ein Pinzgauer-Geländefahrzeug auf eine Mine fuhr und bei der Explosion vier Österreicher getötet wurden.

Wenige Wochen später stürzte ein Hubschrauber bei einem Versorgungsflug für die UNDOF ab. Dabei verloren neun kanadische Soldaten ihr Leben. Insgesamt starben in den 30 Jahren 49 Soldaten während ihres Friedenseinsatzes bei der UNDOF.

Ruhe am Golan
Seit längerer Zeit herrscht auf dem Golan relative Ruhe. Erste Friedensgespräche zwischen Israel und Syrien waren in den 90er-Jahren erfolglos abgebrochen worden. In jüngster Zeit hatte der syrische Präsident Bashar el Assad die Wiederaufnahme der Verhandlungen angeregt. Syrien treibt die Wiederbesiedlung des Golans auf seiner Seite inzwischen weiter voran. Auch von seiten Israels waren vor wenigen Monaten Stimmen laut geworden, die eine Fortsetzung des Siedlungsbaus auf dem besetzten Teil des Golans ankündigten.

Vor 30 Jahren hatten im Einsatzgebiet von UNDOF noch 5.000 Menschen gelebt, heute sind es 50.000. Österreich stellt in der internationalen Truppe mit 369 Soldaten das größte Kontingent und bildet seit sechs Jahren gemeinsam mit der Slowakei ein gemischtes österreichisch-slowakisches Bataillon. Das zweitstärkste Kontingent kommt aus Polen. Außerdem sind bei UNDOF noch Logistikkräfte aus Kanada und Japan vertreten. Kommandant von UNDOF ist derzeit der aus Nepal stammende Generalmajor Bala Nanda Sharma. (apa/red)

27.5.2004 09:49