Montag, 24. Mai 2004

Leitl zu Pensionsharmonisierung: WKO-Chef glaubt an Einführung per 1. Jänner

  • "Jeder, der einen Euro einzahlt, soll diesen dann auch wieder als Pension ausbezahlt bekommen"

Der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich (WKO), Christoph Leitl, erwartet, dass mit 1. Jänner 2005 die Harmonisierung der Pensionen eingeführt werde. "Ab 1. Jänner 2005 soll jeder, der einen Euro für seine Pension einzahlt, diesen mit Wertsicherung auch wieder als Pension ausbezahlt bekommen", so Leitl.

Über die Prinzipien der Pensions-Harmonisierung sieht Leitl Einigkeit, daher ist er sicher, dass die Pensionsharmonisierung vor dem Sommer beschlossen werde. Die Pension solle in Zukunft nach 45 Beitragsjahren 80 Prozent des durchschnittlichen Lebenseinkommens betragen, das Pensionsantrittsalter müsse generell bei 65 Jahren liegen, so der WKO-Chef in der "Presse" (Dienstag-Ausgabe).

Über diese Prinzipien sei er sich nicht nur mit seinem Sozialpartner, ÖGB-Präsident Verzetnitsch, einig, sondern auch mit den zuständigen Regierungsmitgliedern, Sozialminister Haupt, Staatssekretärin Haubner und Wirtschaftsminister Bartenstein.

Auf die Frage, ob da nicht mit massiven Widerständen von derzeit besser gestellten Gruppen wie Beamten und Eisenbahnern zu rechnen sei, meinte Leitl, es gehe nicht um Klientel-Politik, sondern um ein funktionierendes Pensionssystem. Derzeit seien 70 Prozent der Berufstätigen der Meinung, dass ihre Pensionen nicht sicher seien. Leitl: "Da muss wieder Vertrauen her."

Bisher erworbene Ansprüche sollten erhalten bleiben. Leitl: "Wenn jemand mit Stichtag 1. Jänner seit 25 Jahren in ein System einbezahlt hat, dann bekommt er das nach dem bisherigen System angerechnet. Die 15 oder 20 Jahre, die er ab 2005 weiter im Beruf steht, werden nach dem neuen System berechnet."

Allerdings müssten nicht nur die Leistungen, sondern auch die Beiträge gleich sein, betonte der WKO-Präsident. Ein Selbstständiger zahle derzeit rund 15 Prozent Pensionsbeitrag, ein Unselbstständiger 10,25. Weitere 12,55 Prozent zahle für diesen der Arbeitgeber ein.

(apa)

24.5.2004 20:19