Montag, 24. Mai 2004

AK-Schlappe: ÖAAB-Obmann Neugebauer lehnt Schuldzuweisungen nach der Wahl ab

  • "Speed Kills darf nicht Methode sein," fordert Neugebauer.
  • Rücktritt von Bartenstein will er nicht unterstützen.

Nach der Schlappe bei der AK-Wahl wurde die ÖAAB vom Wirtschaftsbund scharf kritisiert. Jetzt meldet sich ÖAAB-Obmann Fritz Neugebauer zu Wort. Er möchte nichts über Schuldzuweisungen wissen. Leistungen des ÖAAB in den Ländern als auch die Bundespolitik hätten zu den Ergebnissen beigetragen

In Sachen Pensionsharmonisierung drängte Neugebauer darauf, dass die Sozialpartner gemeinsam mit der Regierung am Runden Tisch das geplante Pensionskonto festlegen, das dann die Basis für alle Systeme sein soll.

Schuldzuweisungen nach der Niederlage bei den AK-Wahlen hält Neugebauer für "entbehrlich". Er habe gelernt, "dass die Wäsche im eigenen Haus gewaschen wird". Ausschlaggebend sei sowohl "das eigene Standing" als auch die Landespolitik und auch die Bundespolitik gewesen, wobei niemand sagen könne, in welchem Ausmaß. In den verschiedenen Ländern sei die Gewichtung wohl unterschiedlich zu sehen. In Summe sei das Ergebnis aber "nicht erfreulich". Zur Einschätzung von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, wonach die ÖAAB-Landesorganisationen Schuld hätten, sagte Neugebauer, er sei gegen einseitige Schuldzuweisungen. "Erfolge haben viele Väter und Mütter, Misserfolge mindestens genau so viele."

Der Forderung von Salzburgs ÖAAB-Geschäftsführer Bernhard Robotka nach einem Rücktritt von Wirtschafts- und Arbeitsminister Martin Bartenstein wollte sich Neugebauer nicht anschließen. Er wandte sich gegen eine Personaldebatte und verwies darauf, dass der ÖAAB mit Bartenstein die Elternteilzeit unter Dach und Fach gebracht habe. Das sei "ein wichtiger Meilenstein".

Grundsätzlich rief Neugebauer die ÖVP aber auch die Länder und die Sozialpartnerorganisationen auf, die Reformen besser zu erklären. "Speed Kills darf nicht Methode sein", sagte der ÖAAB-Obmann. Er plädierte für eine "neue Ethik der Gelassenheit und der Sorgfältigkeit". Man müsse bei jedem Thema prüfen, ob es die Leute auch mit tragen und es auch bewerben. Das würde der Totalopposition auch den Wind aus den Segeln nehmen. (apa/red)

24.5.2004 14:44