Montag, 24. Mai 2004

Hauptverband schlägt Alarm: Jeder fünfte Dreizehnjährige greift zum Glimmstängel!

  • Jährlich 14.000 Tote in Österreich durch Tabakkonsum
  • Sozialversicherungen entwickeln nationale Strategie

Eine alarmierende Statistik zum Thema Rauchen veröffentlichte der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger: 22 Prozent der 13-Jährigen greifen regelmäßig - konkret mehr als fünf Mal täglich - zum Glimmstängel, bei den 15-Jährigen sind es bereits 44 Prozent. "In Österreich sterben jährlich 14.000 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums", warnte Erich Schmatzberger vom Hauptverband.

Schmatzberger tritt für eine nationale Anti-Tabak-Strategie auf der Basis internationaler und nationaler wissenschaftlicher und praktischer Erfahrungen ein. "Rauchen ist heute die wichtigste vermeidbare Ursache von Krankheit und vorzeitigem Tod. Die Hälfte aller Raucher wird an den Folgen ihrer Sucht sterben, ein Viertel zwischen dem 35. und dem 69. Lebensjahr - das bedeutet ein durchschnittliche Abnahme der Lebenserwartung um 20 bis 25 Jahre", warnen die Experten.

Den sozialen Krankenversicherungen würden durch im Zusammenhang mit dem Tabakkonsum stehende Sekundärerkrankungen "nach vorsichtigen Schätzungen Folgekosten in der Höhe von rund zwei Milliarden Euro entstehen", so Schmatzberger.

Trotz einer bereits bestehenden Rahmenkonvention für die weltweite Tabakkontrolle (FCTC - Framework Covention on Tobacco Control) mit dem Ziel, alle relevanten Akteure aus den Bereichen Gesundheit, Finanz-, Handels-, Arbeits-, Umwelt-, Agrar-, Justiz-, Bildungs- und Sozialsektor zu verpflichten, der Gesundheit der Bevölkerung eine größtmögliche Priorität einzuräumen, kann eine deutliche Verringerung des Tabakkonsums nur mit einer Kombination der einzelnen Maßnahmen erreicht werden, sind sich die Experten einig.

Auf der Basis der FCTC-Regeln sei es jetzt wichtig, eine "nationale Anti-Tabak-Strategie" zu entwickeln, betonte Schmatzberger. Diese Strategien werde man im Rahmen des Innovationsprojekts "Zukunftskonzept Gesundheitsförderung und Prävention" entwickeln. Teil dieses Maßnahmenpakets sei unter anderem eine "drastische Erhöhung der Tabaksteuer, ein umfassendes Tabakwerbeverbot, Verkaufsbeschränkungen mit entsprechenden Kontrollen und eine Abschaffung der Zigarettenautomaten", so die Experten. (apa)

24.5.2004 13:36