Montag, 24. Mai 2004

Erhöhung des Arbeitslosengeldes: Küberl will 653-Euro-Grenze wie für Pensionisten!

  • Sollte "Vormittags-Hauptfach der Regierung" werden
  • Firmen mehr in die "soziale Pflicht" nehmen

Caritas-Präsident Franz Küberl fordert, dass Arbeitslose wie Pensionisten nicht unter den derzeitigen Ausgleichszulagenrichtsatz von 653 Euro im Monat fallen könne. Unter diese Grenze fallen derzeit 60 Prozent der weiblichen und 30 Prozent der männlichen Bezieher von Arbeitslosengeld. Unter Beziehern von Notstandshilfe müssen 80 Prozent der Frauen und 60 Prozent der Männer mit weniger als 653 Euro auskommen.

"Niemand ist über Arbeitslosigkeit alarmiert", so Küberl. Der Caritas-Präsident wünscht sich daher, dass das Thema zum "Vormittags-Hauptfach der Regierung wird". Schließlich sei länger andauernde Arbeitslosigkeit der "Verarmungsfaktor Nummer eins".

Um gegenzuarbeiten hat Küberl noch ein Bündel weiterer Maßnahmen im Visier: Das Arbeitsmarktservice (AMS) sollte wieder mehr soziale Funktion erhalten und Langzeitarbeitslose ganzheitlicher betreuen. Jeder Arbeitssuchende im erwerbsfähigen Alter sollte automatisch beim AMS gemeldet werden, und nicht nur jene, die davor beschäftigt und damit bereits versichert waren. Firmen sollten mehr in die "soziale Pflicht" genommen werden. Und Österreich sollte innerhalb der EU beispielgebend im Bereich der Arbeitslosigkeit sein. (apa)

24.5.2004 09:41