Mittwoch, 19. Mai 2004

Ferienhit Österreich: Im Sommer 2004 will man mit Wellness und Service punkten!

  • Hoteliers setzen auf Qualität statt Preiskampf!
  • Wellness und Service wird heuer groß geschrieben!

Wasserski an den Ufern des Wörthersees, zünftige Brettljausen in den Tiroler Bergen oder einfach ausspannen im Salzkammergut. Was so entspannt klingt, ist heuer für Österreichs Tourismusmanager harte Arbeit wie nie zuvor. Gilt es doch, Fernreise-Schnäppchen in die Türkei und Dumpingpreise im eigenen Land zu kontern....

Zahlreiche Austro-Hoteliers haben sich jedenfalls auf Qualität eingeschworen und erteilen dem "Geiz ist geil"-Prinzip eine klare Absage.

Qualität statt Preiskampf
Sepp Schellhorn, Chef der Hoteliersvereinigung, gibt die Linie vor: "Wir müssen an unseren Leistungen arbeiten - nicht am Preis." Kein Wunder, stehen doch Wellness-Oasen, Top-Familienbetreuung und Sportaktivitäten ganz oben auf der Gästewunschliste. Sacher-Chefin Elisabeth Gürtler, die im Tiroler Seefeld das Hotel Astoria betreibt, präzisiert: "Anspruchsvolle Wellness-Angebote sind ein Muss. Für diese Art von Tourismusbetrieben wird sich der Sommer positiv entwickeln."

Verdrängungs-Wettbewerb
Die Hoteliers müssen mehr denn je um jeden Gast kämpfen:
* Gab es im Sommer 2003 ein Nächtigungsplus von 1,5 Prozent auf 61,09 Millionen Übernachtungen, wird heuer österreichweit ein Nullwachstum erwartet.
* Die Urlauber zeigen sich allerdings spendabler als in den Vorjahren - der Tourismus-Umsatz sollte daher um bis zu drei Prozent zulegen.
* Österreichs Hoteliers & Touristiker sind einem brutalen Verdrängungskampf ausgesetzt. Nach zwei Jahren konjunkturbedingter Zurückhaltung sind Mittelmeer-Destinationen wieder stärker gefragt. Verkehrsbüro-Sprecher Andreas Zenker: "Österreich stagniert auf hohem Niveau."

Kühler Saisonstart
Erschwerend kommt heuer zudem ein verregneter und unterkühlter Saisonstart hinzu, der sich bislang auf die Buchungslaune schlug. Schmerzten im Vorjahr im Mai schon erste Sonnenbrände, droht heuer eher die Gefahr einer Erkältung.

Expansion statt Jammern
Die Branche schwört sich dennoch nicht zu Unrecht auf Optimismus ein. So versucht man in Velden mit Infrastruktur-Investitionen gegenzusteuern. Tourismuszampano Wolfgang Bulfon, zuversichtlich: "Beim Casino haben wir kräftig expandiert und eine Parkgarage gebaut, und ab Herbst wird beim Schlosshotel umgebaut. Die deutsche Ferienordnung lässt zu Sommerbeginn aber Probleme mit der Auslastung erwarten - Gott sei Dank buchen heimische und ungarische Gäste in Scharen."

Wellness- & Kurzurlaub
Ganz auf den neuen Trend der Kurzurlaube auch im Sommer setzt hingegen Baulöwe Robert Rogner jun. mit seiner Thermenlandschaft in Blumau: "Wir haben uns darauf spezialisiert, die 2,2-Tage-Sensibelchen optimal zu befriedigen."

Ö-Werber unter schwerem Beschuss
Von vielen Hoteliers kritisiert wird die mangelnde Unterstützung durch die Österreich Werbung. Nach der Kampagne mit den Pinguinen ist die Stimmung so kühl wie jetzt der Wörthersee (15 Grad). Die Kärntner Landestouristik hat den Pinguinen sogar Einreiseverbot erteilt. Hauptkritik: Der fehlende Österreich-Bezug der Polar-Tiere. So meint etwa Sacher-Chefin Gürtler vornehm, aber unmissverständlich: "Schaden tun sie uns nicht. Ob sie etwas mit Österreich zu tun haben, darüber kann man denken, was man will ..."

(Aus NEWS 21/2004)

19.5.2004 10:51