Montag, 17. Mai 2004

Alarmierend: Weltweit sterben mehr Frauen als Männer an Herzinfarkt!

  • Alarmzeichen: Unwohlsein und Atemnot bei Belastung!
  • Frauen mit Bluthochdruck sind besonders gefährdet!

Experten schlagen Alarm: Weltweit sterben heutzutage mehr Frauen als Männer an den Folgen einer Herz-Kreislauf-Erkrankung und auch die ersten Anzeichen für einen Herzinfarkt sind anders als beim Mann...

Herz-Kreislauf-Erkrankungen, besonders der Herzinfarkt, wurden in der Vergangenheit vorwiegend an Männern erforscht. "Dabei sterben heute weltweit mehr Frauen als Männer an den Folgen einer Herz-Kreislauf-Erkrankung und auch die ersten Anzeichen für einen Herzinfarkt sind anders als beim Mann", so Gesundheitsstadträtin Prim. Dr. Elisabeth Pittermann im Rahmen ihrer Eröffnungsrede des Kongresses "Die Frau im Blickpunkt der Kardiologie", der am Samstag in Wien stattfand. Das häufigere Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Herzinfarkten bei Frauen erfordert eine Umorientierung und entsprechende Weiterbildung bei den Ärzten. Sie sind gefordert, die Zeichen der beginnenden Erkrankung richtig zu erkennen und die entsprechenden Untersuchungs- und Behandlungsmethoden einzusetzen. Ziel der Expertentagung war daher, auf die Besonderheiten der Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen hinzuweisen und das Wissen der Mediziner hinsichtlich Entstehung, Vorbeugung, Erkennung und Behandlung zu erweitern.

Erstes Anzeichen: Unwohlsein und Atemnot bei Belastung
"Anders als beim Mann, muss es bei den Frauen nicht immer der Druck auf der Brust sein, der an einen Herzinfarkt denken lassen sollte. So kann beispielsweise bereits allgemeines Unwohlsein mit Atemnot bei Belastung ein Alarmzeichen sein", so KAV-Direktor Prim. Dr. Ludwig Kaspar. Das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, werde von Frauen noch zu wenig wahrgenommen in der irrigen Annahme, dass diese Erkrankung vorwiegend Männer treffe. Deshalb komme es immer wieder vor, dass warnende Frühsymptome von Frauen ignoriert werden und erst der akute Herzinfarkt zum Weg ins Krankenhaus führe. "Darüber hinaus neigen Frauen beim Arztbesuch dazu, ihre Beschwerden herunterzuspielen, sodass sie nicht ernst genommen werden", weiß Dr. Claudia Stöllberger, Mitorganisatorin des Kongresses und Ärztin in der Krankenanstalt Rudolfstiftung.

Risikogruppe: Zuckerkranke und Frauen mit Bluthochdruck
Besonders gefährdet, einen Herzinfarkt zu erleiden, sind Frauen, die zuckerkrank sind, an Bluthochdruck oder erhöhtem Cholesterinspiegel leiden oder Verwandte mit Herzinfarkt in jungen Jahren haben. Rauchen erhöhe das Herzinfarkt-Risiko bei Frauen noch mehr als bei Männern auch eine Hormonersatztherapie kann das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, erhöhen.

17.5.2004 12:19