Sonntag, 23. Mai 2004

Klares Signal der G-7 und Russland: OPEC soll die Ölfördermenge erhöhen

  • Nach dem Vorstoß von Saudi-Arabien sinkt der Ölpreis

Die Finanzminister der G-7 Staaten und Russland haben aus New York eine deutliche Botschaft an die OPEC-Länder gesandt, ihre Fördermenge zu erhöhen und damit den Ölpreis zu dämpfen. Jetzt sinkt der Öpreis leicht auf 39,50 Dollar.

"Wir sind mehr als klar. Das ist eine sehr deutliche Sprache, deutlicher können die Minister eigentlich nicht werden", sagte der deutsche Finanzstaatssekretär Caio Koch-Weser am Sonntag nach einem zweitägigen Treffen der G-7. Im Kommunique des Treffens hieß es, niedrigere Ölpreise seien zum Wohle der Weltwirtschaft.

"Wir begrüßen die jüngsten Ankündigungen von einigen Öl produzierenden Ländern, ihre Förderung zu erhöhen", hieß es weiter. "Wir rufen alle Öl-Produzenten auf, eine angemessenes Angebot sicherzustellen, damit die Welt-Ölpreise wieder auf ein Nivau zurückkehren, das mit einem lang anhaltenden weltweiten Wachstum in Einklang steht". Koch-Weser hob hervor, dass diese Formulierung auch vom großen Ölproduzenten Russland voll geteilt werde, der auf dem Treffen vertreten war.

Saudi-Arabien reagierte als erstes Land auf den Aufruf der G7 und kündigte an, seine Fördermenge hochzufahren. Nach dem Vorstoß von Saudi-Arabien ist der Ölpreis am Montag in Fernost um etwa ein Prozent gesunken. Die Entscheidung Saudi-Arabiens, die Ölfördermengen notfalls im Alleingang deutlich anzuheben, habe die Ängste verringert, dass die Erholung der Weltwirtschaft durch hohe Ölpreise gefährdet werden könnte, sagten Analysten.

Der US-Ölpreis für Light Crude fiel am Montag im Fernost-Handel um 0,43 Dollar je Barrel auf 39,50 Dollar (32,8 Euro). "Ich glaube, auf dem Markt wird nun die Tatsache wahrgenommen, dass Saudi-Arabien entschlossen ist, für einen Rückgang des Ölpreises etwas zu unternehmen", sagte Analyst David Thurtell von der Commonwealth Bank of Australia.

Die Wechselkursentwicklung dagegen, ein weiteres Reizthema der jüngeren Vergangenheit, taucht in dem Kommunique nicht auf. Laut Koch-Weser ist der Grund, dass die Notenbankchefs an dem Treffen in New York nicht beteiligt waren. An der Position der G-7 habe sich aber nichts geändert. "Die Boca-Raton-Formel gilt", stellte Koch-Weser klar. (apa/red)

23.5.2004 22:00