"Erstaunliche Sachverhalte": Fagan schießt gegen Kärntner Hypo!
- US-Anwalt: "Betrug" und "organisiertes Verbrechen"
- Unterlagen auf Website veröffentlicht
US-Staranwalt Ed Fagan bringt schwere Geschütze gegen die Kärntner Hypo Alpe-Adria Bank in Stellung: Er habe in den vergangenen vier Monaten umfangreiches Material gegen das Institut und leitende Mitarbeiter gesammelt und dabei "erstaunliche Sachverhalte" festgestellt. Man könnte es kriminell, Betrug, Gaunerei oder organisiertes Verbrechen bezeichnen, sagte Fagan am Freitag in Wien.
Fagan hat bereits rechtliche Schritte eingeleitet, weitere Klagen stünden unmittelbar vor der Einbringung. Konkret wirft der US-Anwalt, der nach eigenen Angaben Kläger in den USA in mehreren europäischen Ländern vertritt, der Bank unter anderem Betrug, Verstöße gegen Börsemeldepflichten und Insiderhandel vor. Auf der eigens eingerichteten Homepage "www.hypowatch.com" sind Dokumente abrufbar, die laut Fagan die Vorwürfe belegen sollen. "Wir können beweisen, dass die Bank Personen im Wert von 90 bis 217 Millionen Dollar geschädigt hat", sagte Fagan.
Bank wehrt sich gegen Fagan
Die Kärntner Hypo wehrt sich unterdessen gegen die Angriffe und kündigt ihrerseits die Einleitung rechtlicher Schritte an. "Der Vorstand der Hypo Alpe-Adria-Bank AG wird (...) unverzüglich alle rechtlichen Schritte in Österreich und den USA einleiten, die notwendig sind, derartige Spektakel zu beenden", teilte die Kärntner Hypo am Nachmittag mit.
In der Mitteilung des Vorstands wird der US-Jurist als "skurriler Anwalt" bezeichnet, der nicht nur schwer verschuldet sei sondern auch mit Zulassungsproblemen zu kämpfen habe.
"Sämtliche von Fagan und Kollegen erhobenen Behauptungen sind entweder tatsachenwidrig oder aber frei erfunden", so der Vorstand. Es sei "auch nicht feststellbar, mit welchem Mandat Fagan arbeitet, weil trotz wochenlanger Ankündigungen bis zur Stunde keine Klagen gegen die Hypo Alpe-Adria-Bank AG und/oder deren Organe in Österreich oder den USA eingebracht sind." Zudem sei der US-Anwalt in der heutigen Pressekonferenz auch "jeden Beweis für das von ihm behauptete eingeleitete Verfahren schuldig" geblieben.
Fagan stellt Forderungen an Kärntner Hypo
Den Vorstandsvorsitzenden der Hypo Alpe Adria-Bank, Wolfgang Kulterer, fordert Fagan ultimativ auf, in den nächsten 12 Tagen eine Reihe von Fragen zu beantworten. Andernfalls habe er, Kulturer "ein Problem". Fagan will etwa wissen, ob die Hypo Alpe Adria zum Stichtag 31. Dezember 1999 mit 20 Prozent an der Global Capital Partners beteiligt war oder ob die Bank zum damaligen Zeitpunkt über die tatsächliche Geschäftsgebarung der US-Gesellschaft G-Cap informiert war.
In Absprache mit Fagan wird in der kommenden Woche auch ein Wiener Anwalt eine Schadenersatzklage in Höhe von 25,5 Mio. Euro gegen die Hypo Alpe Adria Bank in Klagenfurt einbringen. Der Anwalt (Gerhard Podovsovnik) prüft weiters auch die Einbringung einer Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Wien gegen die handelnden Personen sowie eine Klage in New York.
An der Hypo Alpe Adria Bank ist das Land Kärnten mit 52 Prozent beteiligt, die Grazer Wechselseitige (Grawe) mit 48 Prozent. Verwaltet wird der Landesanteil von der Kärntner Hypo Holding, in deren Aufsichtsrat auch der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (F) und sein SPÖ-Stellvertreter Peter Ambrozy sitzen. (apa)
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