Mittwoch, 19. Mai 2004

Mega-Deal: Wiener Börse & Banken steigen an der Börse Budapest ein!

  • Vorstand Zapotocky: "Meilenstein" für Wiener Börse
  • Die Börse Budapest bleibt aber unabhängig

Sensation am Kapitalmarkt: Die Wiener Börse AG (WBAG) steigt zusammen mit Bankenpartnern an der ungarischen Aktienbörse BSE (Budapest Stock Exchange) ein. Zusammen hat das Konsortium 68 Prozent an der Börse Budapest übernommen. Die beiden Aktienmärkte wollen künftig "engstens kooperieren", sagte Wiener Börse-Vorstand Stefan Zapotocky. Den Einstieg in Budapest bezeichnete er als "Meilenstein" für die Wiener Börse.

Den größten Anteil an der BSE hält nunmehr die Bank Austria-Tochter HVB Bank Hungary mit 25,2 Prozent, die Wiener Börse übernimmt 14 Prozent. Die Erste Bank erhöht ihren bisherigen Anteil an der Budapester Börse von 5,8 auf 12,2 Prozent. Die Oesterreichische Kontrollbank (OeKB) beteiligt sich mit 11 Prozent, die RZB steigt mit 6,4 Prozent ein. (apa)

"Wir meinen, dass beide Märkte ein sehr hohes Potenzial haben", sagte Börse-Vorstand Zapotocky, der eine "nachhaltige, zukunftsgerichtete Kapitalmarkt-Kooperation zwischen Wien und Budapest" in Aussicht stellte.

Ein Preis für die Beteiligung an der Budapester Börse wurde nicht genannt. Die Transaktion wurde von der ungarischen Bank Austria-Tochter HVB Bank Hungary initiiert und gemeinsam mit der Wiener Börse AG durchgeführt. Als Berater fungierte die CA IB Corporate Finance.

Börse soll unabhängig bleiben
Die Börse Budapest soll auch nach der mehrheitlichen Übernahme unabhängig bleiben. Die Investoren seien "an einer erfolgreichen, nachhaltigen und ertragsstarken Entwicklung eines eigenständigen ungarischen Kapitalmarktes interessiert", heißt es in einer Mitteilung der Wiener Börse. Ziel sei die langfristige Sicherung sowie der Ausbau der Geschäfts- und Ertragsbasis für die Budapest Stock Exchange (BSE) und des zentralen ungarischen Wertpapierabwicklers "Keler".

Aufwertung der Kapitalmärkte in Ungarn und Österreich
Die Transaktion bedeute eine Aufwertung der Kapitalmärkte in Ungarn und Österreich, da durch gemeinsame Marktbearbeitung die jeweiligen Potenziale erschlossen werden könnten. Damit werde die gemeinsame Position vor dem Hintergrund der EU-Erweiterung und künftigen Wachstumschancen verstärkt. (apa)

19.5.2004 13:17