FORMAT: Sparkassen-Mitarbeiter drohen Einkommenskürzungen von bis zu 20 %
- Bekenntnis zu ergebnisorientierten Entgeltbestandteilen
- Gewerkschaft kündigt Widerstand gegen Vorhaben an
Der neue Sparkassen-Kollektivvertrag droht Beschäftigten mit Einkommenskürzungen von bis zu 20 Prozent. Dies berichtet das Nachrichtenmagazin FORMAT in seiner aktuellen Ausgabe.
Das bestehende Lohnschema mit 35 Gehaltsstufen, automatischen, jährlichen Vorrückungen und difusen Zulagesätzen soll laut FORMAT durch ein siebenstufiges Gehaltssystem mit "Bekenntnis zu ergebnis- und/oder leistungsorientierten Entgeltbestandteilen" ersetzt werden. Das geht aus dem FORMAT exklusiv vorliegenden, 42-seitigen Positionspapier mit dem Titel: "Kollektivvertrag-Gehaltsreform 2004" hervor.
Das von einer Projektgruppe aus Erste Bank und Sparkassen erstellte Geheimpapier dokumentiert, daß Sparkassen-Mitarbeiter - gemessen am Lebenseinkommen - künftig deutlich weniger verdienen sollen als bisher. FORMAT zitiert Musterbeispiele: Während etwa Privatkundenbetreuer mit einem Minus von 19 Prozent rechnen müssen, dürfen Firmenkundenberater bzw. Geschäftstellenleiter mit Abschlägen von 16 bzw. 15 Prozent rechnen.
Der Generalsekretär des Sparkassenverbands Michael Ikrath bestätigt gegenüber FORMAT: "Die Reform muß zu einer Entlastung für die Arbeitgeber führen." Das neue Dienstrecht soll eine Personalkostenersparnis von zumindest 150 Millionen Euro bringen.
Die Gewerkschaft kündigt gegenüber FORMAT bereits Widerstand an. Bankgewerkschafterin Claudia Kral-Bast: "Einem neuen Kollektivvertrag, bei dem die Mitarbeiter draufzahlen, werden wir sicher nicht zustimmen. Die Kollektivvertrags-Reform muß aufkommensneutral sein."
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