Dienstag, 18. Mai 2004

Weiter Tauziehen um VA Tech: ÖIAG klagt auf jeden Fall gegen HV-Beschlüsse

  • ÖIAG kann auch über 2006 hinaus Aktionär bleiben
  • Verhalten von Kovats "in gewisser Dissonanz" zu Zielen

Die ÖIAG, die derzeit noch 15 Prozent am Technologiekonzern VA Tech kontrolliert, wird nach der turbulenten Hauptversammlung vom 29. April auf jeden Fall, sozusagen vorsorglich, gegen die damaligen HV-Beschlüsse klagen. Die Anfechtungsklage kann noch bis 28. Mai eingebracht werden. Formal richtet sich die Klage gegen die Gesellschaft, faktisch aber gegen das auf der HV beschlossene Nein zur Erweiterung des Kapitalrahmens bzw. die Abwahl des bisherigen Wirtschaftsprüfers.

Dies geschehe "aus Formalgründen", gleichzeitig halte man sich zum Besten des Unternehmens alle anderen Möglichkeiten der Einigung mit der Investorengruppe um den Industriellen Mirko Kovats offen, sagte ÖIAG-Vorstand Peter Michaelis am Montagnachmittag.

Die Anfechtungsklage werde nach ihrer Eröffnung ausgesetzt werden, weil das Gericht die Übernahmekommission befragen werde, ob durch das Stimmverhalten der Kovats-Gruppe in der HV das Übernahmerecht verletzt worden sei.

Die ÖIAG bleibe so lange Aktionär, bis eine "stabile Kernaktionärsstruktur" gegeben sei, wiederholte Michaelis einen diesbezüglichen Beschluss des ÖIAG-Aufsichtsrates vom 7. Mai.

ÖIAG über Legislaturperiode hinaus Eigentümerin?
Dies kann auch bedeuten, dass die ÖIAG anders als bisher geplant, nämlich über die Legislaturperiode hinaus, VA Tech-Aktionär bleibt, deutete Michaelis auf eine diesbezügliche Frage an. "Sollte bis Ende der Legislaturperiode diese Voraussetzung ("stabile Kernaktionärsstruktur, Anm.) nicht gegeben sein, werden wir uns mit dem Eigentümer besprechen. Ich gehe fest davon aus, dass es unter diesen Umständen in dessen Interesse ist, wenn die ÖIAG über die Legislaturperiode hinaus Eigentümerin bei der VA Tech bleibt."

Das Verhalten des Großaktionärs Kovats stehe "in gewisser Dissonanz" zu dessen vorher geäußerten Zielen, dies habe nicht zuletzt die HV gezeigt, sagte Michaelis.

Bei der umstrittenen Hauptversammlung Ende April hatte die Gruppe um Kovats zusammen mit einigen nicht näher identifizierbaren Aktionärsgruppen überraschend gegen die Vorbereitugen für eine Kapitalerhöhung sowie für den Wechsel des Abschlussprüfers (von KPMG Alpentreuhand zu Ernst & Young) gestimmt. Bei der Hauptversammlung war nur etwa mehr als die Hälfte der Aktionäre vertreten gewesen. (apa/red)

18.5.2004 09:14