Montag, 17. Mai 2004

Börse-Crash zum Wochenstart: -2% in Wien, -15% in Indien, Tokio - 3,18%!

  • Europas Leitbörsen im Frühhandel sehr schwach
  • Ölpreis+Terrorangst: Technologie & Fluglinien verlieren

Auf aller Welt rutschten die Börsen zum Wochenstart ins Minus! Indien meldete -15%, Tokio -3,18%. Europas Leitbörsen starteten im Frühhandel sehr schwach, auch der Wiener Aktienmarkt verbucht deutliche Verluste. Bis 10:20 Uhr MESZ weitete der ATX seine Verluste auf mehr als zwei Prozent aus.

Die Leitbörsen in Europa haben am Montag im frühen Handel einheitlich mit deutlichen Verlusten tendiert. Um 11:40 Uhr MESZ notierte der DAX in Frankfurt mit 3.724,76 Punkten, das entspricht einem Minus von 78,34 Einheiten oder 2,06 Prozent. In London fiel der FT-SE-100 65,2 Einheiten oder 1,47 Prozent auf 4.376,6 Zähler.

Auch die Märkte in Paris und Zürich bewegten sich im negativen Terrain. Zum oben genannten Zeitpunkt lag der CAC-40 Index bei 3.531,38 Punkten und damit 71,88 Einheiten oder 1,99 Prozent im Minus. Der SPI notierte mit 4.117,47 Zählern oder einem Abschlag von 70,77 Einheiten oder 1,69 Prozent. Der die 50 führenden Unternehmen in der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion umfassende Euro-Stoxx-50 fiel 55,59 Einheiten oder 2,06 Prozent auf 2.639,33 Punkte.

Händler verwiesen zur Begründung der Kursverluste auf den jüngsten Terroranschlag in Bagdad, den hohen Ölpreis und die deutlichen Abgaben in Tokio sowie die schwachen US-Vorgaben vom Freitag.

Der Branchenvergleich zeigt, dass sich die Verluste durch alle Sektoren ziehen. Die deutlichsten Abschläge im Euro-Stox-600 mussten die Technologiewerte hinnehmen (minus 3,32 Prozent), dicht gefolgt von Aktien von Versicherern (minus 3,15 Prozent). Die geringsten Kursverluste verzeichneten der Nahrungsmittel- und Getränkeherstellersektor sowie die Titel von Pharmaunternehmen.

Chiphersteller brachen ein. ARM Holdings fielen um 4,61 Prozent auf 103,5 Pence und Infineon büßten 4,38 Prozent auf 10,05 Euro ein. Rhodia-Aktien brachen um 18,33 Prozent auf 0,98 Euro ein. Der Konzern hat im ersten Quartal seinen Verlust von 63 Millionen Euro im Vorjahr auf 108 Millionen Euro ausgeweitet. Viele Analysten hatten Börsianern zufolge mit einem niedrigeren Verlust gerechnet.

Titel von Banca Nazionale Del Lavoro (BNL) bröckelten um 7,53 Prozent auf 1,695 Euro ab. Analysten zeigten sich von den Zahlen für das erste Quartal enttäuscht. Die Analysten von Credit Suisse First Boston (CSFB) und Morgan Stanley stuften das Papier wegen der schwachen Daten ab.

Belastet vom hohen Ölpreis gaben die Aktien von Fluggesellschaften nach. Der Ölpreis hatte im asiatischen Handel ein neues Hoch von 41,64 Dollar je Barrel erreicht. Aktien von Air France verloren 2,19 Prozent auf 12,48 Euro. Iberia gaben um 1,69 Prozent auf 2,32 Euro nach. Die Analysten von JP Morgan haben das Papier von "Overweight" auf "Neutral" abgestuft.

(APA/red)

17.5.2004 10:43