Montag, 17. Mai 2004

Crash an Indien-Börse: Bis zu 15 Prozent im Minus! Handel wurde 2 x ausgesetzt

  • Sensex-Index schloss um 11,13 Prozent tiefer
  • Auch Wiener Börse im Minus: ATX verliert zwei Prozent

Nach dem unerwarteten Wahlsieg der Kongresspartei haben die Börsen in Indien am Montag mit dem größten Kurssturz ihrer Geschichte geschlossen. Der Leitindex Bombay Stock Exchange Sensitive Index (Sensex) gab zeitweise um 786,89 auf 4.282,98 Punkte nach. Nach zwei Handelsaussetzungen konnte sich der Sensex wieder auf 4.505,16 Punkte erholen, das ist immer noch ein Minus von 564,71 Punkten oder 11,13 Prozent.

Grund für die Kurseinbrüche ist die Verunsicherung von Investoren nach dem Wahlsieg der Kongresspartei, der den Sensex-Index bereits Ende vergangener Woche auf Talfahrt geschickt hatte. Aus Unsicherheit über eine mögliche Regierungsbeteiligung der Kommunisten hatte der Index um 339 auf 5.070 Punkte nachgegeben. Die beiden großen kommunistischen Parteien beschlossen am Montag, sich nicht an einer Koalition unter Führung der Kongresspartei von Sonia Gandhi zu beteiligen. Sie wollen die künftige Regierung unter der gebürtigen Italienerin aber von außen unterstützen.

Nach den Regeln der Börse wird der Handel automatisch für eine Stunde ausgesetzt, sobald die Kurse um mehr als zehn Prozent nach unten gehen. Nach Angaben eines Börsensprechers war es das erste Mal, dass die im Juni 2001 eingeführte elektronische Notbremse greifen musste.

Viele Anleger befürchten, dass der Reformkurs der abgewählten hindu-nationalistischen Regierungspartei BJP durch die voraussichtliche neue Koalition mit Beteiligung von Linksparteien nicht fortgesetzt wird. Vor allem die Privatisierung Gewinn bringender Staatskonzerne, die die alte Regierungskoalition vorantreiben wollte, steht nun in Frage. (apa/red)

17.5.2004 10:03