Dienstag, 18. Mai 2004

Letzte Bundesliga-Runde: Rapid-"Fans" sorgen für Aufregung in Salzburg

  • Zaun im Stadion zerstört, Autobahn-Raststätte verwüstet
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Fußball-Meister GAK hat in der letzten Runde dieser Saison die erste Niederlage im Frühjahr kassiert. Die Grazer unterlagen am Donnerstag in der Südstadt der Admira 1:2 (0:0) und schließen das Spieljahr damit mit einem Punkt Vorsprung auf Ex-Meister Austria Wien ab. Die Admiraner bleiben auf Rang sechs und haben nun nach dem 3:1-Sieg bei Rapid auch die zweite Partie unter Neo-Trainer Bernd Krauss gewonnen.

Doch im Grunde war der GAK in der Südstadt schon mehr in Feierstimmung, auch wenn Trainer Walter Schachner ohne Niederlage in die Liga-Sommerpause wollte. Rund 8.000 der 9.500 Zuschauer reisten aus der Steiermark mit, um den ersten Titelgewinn der "Rotjacken" zu feiern. Die Gastgeber wirkten hingegen ambitioniert, wollten sich doch etliche Spieler beim Coach empfehlen. Doch vorerst fischte Almer einen Ortner-Schuss aus dem Kreuzeck (9.), auf der anderen Seite hielt Heu gegen Aufhauer (23.) und Bazina (30.).

Die spielerische Überlegenheit Admiras wurde nach der Pause aber doch in Tore umgemünzt. Nach einem Matyus-Warnschuss verwertete Iwan einen Jugovic-Freistoß per Kopf (53.), vier Minuten später sorgte Linz nach einer Flanke von Iwan für die 2:0-Führung. Kollmann gelang mit einem schönen Freistoß von der Strafraumgrenze noch das Anschluss-Tor (80.), doch zum Ausgleich reichte es nicht mehr.

Ein Hauptgrund dafür war, dass Schiedsrichter Krassnitzer die Partie schon in der 85. Minute abpfiff, nachdem 3.000 GAK-Fans an der Seitenlinie gewartet hatten. Unmittelbar nach dem Ende der Partie stürmten die Anhänger auf das Feld, um ihre Helden zu feiern.

Spielabbruch bei Salzburg - Rapid
Das Match Salzburg gegen Rapid hatte nur noch statistischen Wert. Für Rapid war schon vor dem Anpfiff der dritte Platz außer Reichweite, die Salzburger hatten sich bereits in der vorletzten Runde vor dem Abstieg gerettet, waren von Sturm und/oder Kärnten nicht mehr zu überholen.

Für den Rekordmeister bedeutete die Niederlage eine Fortsetzung seiner Negativserie im Meisterschaftsfinish (drei Mal null Punkte), die nicht zuletzt auch durch die zahlreichen Ausfälle (zehn Mann vom engeren Kader waren es diesmal) verursacht wurde. Hatten die Hütteldorfer vor der Pause noch die eine oder andere gute Aktion, so vor allem einen Stangenschuss von Wallner (45.), waren sie nach Seitenwechsel praktisch als "angreifende" Mannschaft nicht mehr vorhanden, sie hatten den von den Zuschauern groß gefeierten Hausherren nichts mehr entgegen zu setzen.

Die Salzburger hätten auch schon vor der Pause scoren können, traf doch Pichorner (4.) mit einem Kopfball die Latte und vermochten auch Schriebl, Pfeifenberger und Pichorner ihre Möglichkeiten nicht zu nützen.

Das änderte sich in der zweiten Hälfte. Laessig köpfelte nach Vorarbeit von Pfeifenberger in der 51. Minute das 1:0. Laessig (zwei Mal), Friedl, Suleiman (zwei Mal) hätten das 2:0 machen können, das dann dem eingewechselten Amateur Krimbacher in der 82. Minute aus einem Weitschuss aus gut 30 m über dem zu weit vor dem Tor postierten Harrauer gelang.

Da war Rapid-Trainer Josef Hickersberger zur "Beruhigung" der Rapid-Fans schon vor deren Sektor aufgetaucht, doch das Vorhaben gelang nur kurzfristig. Wenig später wurde der Zaun durchbrochen und der Referee beendete daraufhin (kein Abbruch) das Match.

Rapid-Fans randalierten auch auf Autobahn-Raststätte
Eine Spur der Verwüstung zogen am Donnerstagnachmittag hunderte Rapid-Fans bei einer Tankstelle an der Westautobahn (A 1) in Mondsee (Bez. Vöcklabruck) in Oberösterreich. Die großteils betrunkenen Schlachtenbummler hatten auf dem Weg zum Fußball-Bundesligaspiel ihres Klubs eine Rast eingelegt und stürmten den Shop der Tankstelle.

Dort bedienten sich sich u.a. an der Kühlvitrine. Einige hätten es mit dem Bezahlen "nicht so genau genommen", erklärte der Pächter, der nach eigener Angabe schon einmal mit randalierenden Fußballfans zu tun gehabt hat, im Gespräch mit der APA. Auf dem Parkplatz ließen die Rapid-Anhänger laut Gendarmerie mindestens 100 Bierdosen, Jausenpapier und Zeitungen zurück. Einer der Rowdys wurde auf freiem Fuß angezeigt.

Superfund seit 18 Liga-Spielen ungeschlagen
Der SV Pasching hat seinen Erfolgsrun auch in der Schlussrunde der Fußball-T Mobile-Bundesliga prolongiert. Der Tabellendritte aus Oberösterreich schoss am Donnerstag den SV Mattersburg dank einer starken Leistung nach der Pause mit 4:0 aus dem Waldstadion und ist nun bereits in 18 Liga-Matches in Folge ungeschlagen. Für Werner Gregoritsch war dies das letzte Match auf der Trainerbank der Burgenländer, da sein mit Saisonende auslaufender Vertrag nicht verlängert wurde.

Die Gastgeber waren von Beginn an überlegen, vermochten aber in der ersten Hälfte daraus kein Kapital zu schlagen. In der 27. Minute gab es zwar Elferalarm, als Gäste-Keeper Borenitsch Mayrleb im Strafraum am Fuß erwischt hatte, doch die Pfeife des Referees blieb stumm.

Schon bald nach der Pause fiel aber das verdiente 1:0 für die Gastgeber. In der 51. Minute gab Schoppitsch einen Eckball zur Mitte und Verteidiger Chaile brachte seine Mannschaft per Kopf in Führung. Damit war der Bann gebrochen und die im Angriff völlig harmlosen Burgenländer kassierten durch Mayrleb (71./91.) und Kirchler (77.) noch drei weitere Treffer. Mayrleb brachte es damit auf 15 Saisontore und landete damit in der Schützenliste ex aequo mit dem Admiraner Roland Linz an dritter Stelle.
(apa)

18.5.2004 15:19