Montag, 17. Mai 2004

Der Abstiegskampf ist entschieden: Kärnten muss in die Red-Zac Erste Liga

  • PLUS: Die Stimmen zum Abstieg der Kärntner
  • Titel des Torschützenkönigs geht an Kollmann

Der SK Sturm Graz hat aus eigener Kraft den erstmaligen Abstieg aus der höchsten österreichischen Fußball-Klasse seit 1965 abgewendet. Die Mannschaft von Michael Petrovic und 14.123 Zuschauer im Schwarzenegger-Stadion feierten am Donnerstag in der 36. und letzten Runde der T-Mobile Bundesliga einen 4:1 (4:1)-Heimsieg gegen SW Bregenz, womit Sturm mit drei Punkten Vorsprung auf den FC Kärnten (0:2 gegen die Austria) den Klassenerhalt fixierte. Nach Treffern von Filipovic (27.), Brunmayr (29.) und Haas (40., 43.) war schon in der Pause alles klar.

Sturm-Präsident Hannes Kartnig, dessen Team noch vor drei Jahren in der Zwischenrunde der Champions League gespielt hatte, sprach vor der Partie von einem Spiel "wichtiger als der Aufstieg in der Champions League. Es geht um die Existenz des Vereins." Die Mannschaft agierte entsprechend, wollte sich auf kein Geduldspiel einlassen und zog in den ersten Minuten ein regelrechtes Powerplay auf. Doch Dag (3.), Neukirchner (4.) und Säumel (6.) vergaben ihre Chancen.

Nachdem Bregenz die Partie in den Griff zu bekommen schien, fiel innerhalb von drei Minuten die Vorentscheidung zu Gunsten von Sturm. Zunächst leistete die Austria im Parallelspiel Schützenhilfe, als Rushfeldt einen Freistoß von Ex-Sturm-Star Vastic zum 1:0 verwertete. Drei Minuten später jubelten auch die Sturm-Spieler. Filipovic verwertete eine ideale Vorlage von Dag, der auf der linken Seite durchgegangen war, zur Führung (27.). Es war der dritte Saisontreffer des Serben und sicher sein wichtigster. Nur zwei Minuten später erhöhte Brunmayr per Hecht-Kopfball nach Haas-Flanke auf 2:0.

Ein Hauser-Freistoß aus 18 m, bei dem Sturm-Torhüter Mandl keine Reaktion zeigte (31.), bedeutete nur kurz Unsicherheit im Schwarzenegger-Stadion. Kapitän Mario Haas sorgte noch vor der Pause mit einem Doppelschlag in der 40. und 43. Minute für Beruhigung im Sturm-Lager. Nicht zuletzt, da auch die Austria mit einer 2:0-Führung in die Pause ging.

In der zweiten Hälfte war die Luft aus dem Spiel. Die Grazer vergaben einige Chancen auf einen echten Kantersieg, der Jubelstimmung auf den Rängen ("Oh, wie ist das schön") tat dies aber keinen Abbruch. Mit Standing-Ovations wurde die Petrovic-Elf in die Sommerpause verabschiedet.

Das Spiel in Graz war voraussichtlich auch das Ende einer Ära, nämlich das letzte ORF-Livespiel für drei Jahre. Es sei denn, Kartnig macht seine Drohung wahr und vermarktet die Sturm-Spiele auf eigene Faust.

Austria - FC Kärnten
Sigurd Rushfeldt war vor 6.200 Zuschauern im Horr-Stadion mit einem Doppelpack (21. und 28. Minute) Mann des Tages - der Norweger verpasste mit 25 Meisterschaftstoren aber den Titel des Torschützenkönigs. Dieser ging wie der Meistertitel an den GAK, Roland Kollmann war mit 27 Treffern am Ende vorne.

Vor der Partie stellte Austria-Mäzen Frank Stronach klar, dass trotz der verpassten Titelverteidigung am Trainerteam in der kommenden Saison nichts geändert werden wird. Ein weiteres "Transfer-Gerücht" kommentierte der Bundesliga-Präsident auch: "Peter Westenthaler hat einen Vertrag bei der Bundesliga. Wenn sich ihm aber Leute in die Quere legen, dann wäre das mit einem Berufswechsel verbunden - ein Engagement bei Magna, jedoch nicht bei der Austria." Die Austria-Fans bezogen mit einem Transparent "Kommt P.W., sagen wir ade!" und Sprechchören "Westenthaler wollen wir nicht, wir wollen Veilchen und nicht Dich!" eindeutig Stellung.

Nach ersten Möglichkeiten für Janocko (15./Goriupp lenkte den Ball über die Latte) bzw. Prawda (18./brachte den idealen Lochpass von Brzeczek nicht unter Kontrolle) leitete eine Standardsituation die Kärntner Niederlage ein: Ivica Vastic drehte den Ball zur Mitte, der Rettungsversuch von Marijo Maric misslang und Rushfeldt traf aus kurzer Distanz unter die Latte (21.). Sieben Minuten später machte erneut der Norweger bereits vorzeitig alles klar: Nach Vorlage von Blanchard zirkelte Vastic den Ball zur Mitte und Rushfeldt traf aus abseitsverdächtiger Position per Kopf zum 2:0.

In der Pause brachte es Kärntens Routinier Walter Kogler auf den Punkt: "Der Druck lähmt uns. Wir wissen von der Führung von Sturm gegen Bregenz und laufen selbst hinterher." Manager Günther Hafner zeigte sich dennoch optimistisch für die Zukunft: "Wir müssen uns aus der T-Mobile-Bundesliga verabschieden, aber wir wollen den Wiederaufstieg in einem Jahr schaffen. Die Mannschaft hat einen guten Kern und bleibt großteils zusammen. Auch Pacult wird weiter bei uns sein."

Nach dem Wechsel war das Spiel der Austria nur mehr darauf angelegt Topscorer Rushfeldt doch noch den Titel des Schützenkönigs zu ermöglichen, aber der Norweger verpasste in der 51., 54., 62. und 74. Minute einen weiteren Treffer. Die Kärntner hatten durch Maric (65.) und Bubalo (90.) ihre besten Möglichkeiten, am Sieg der Hausherren und dem Abstieg der Gäste gab es jedoch nichts mehr zu rütteln.
(apa/red)

17.5.2004 14:30