Mittwoch, 19. Mai 2004

Die 100-jährige FIFA-Geschichte im Überblick: Sieben Gründungsländer

  • Österreich trat der Organisation 1905 bei
  • Wandelte sich in seiner Geschichte zu Unternehmen

Als vor genau 100 Jahren am Sitz der Union Francaise de Sports Athletiques (USFSA) an der Rue Saint Honore 229 in Paris die FIFA gegründet wurde, konnte sich wohl keines der sieben Gründerländer Schweiz, Frankreich, Belgien, Dänemark, Niederlande, Spanien und Schweden vorstellen, was sie damit ins Rollen bringen würden. Der Weltfußballverband zählt mittlerweile 204 Verbände (der ÖFB trat 1905 bei) - mehr Mitglieder als die Vereinten Nationen - und verdient mit dem Aushängeschild Fußball-WM alle vier Jahre Milliarden.

Als vor genau 100 Jahren am Sitz der Union Francaise de Sports Athletiques (USFSA) an der Rue Saint Honore 229 in Paris die FIFA gegründet wurde, konnte sich wohl keines der sieben Gründerländer Schweiz, Frankreich, Belgien, Dänemark, Niederlande, Spanien und Schweden vorstellen, was sie damit ins Rollen bringen würden. Der Weltfußballverband zählt mittlerweile 204 Verbände (der ÖFB trat 1905 bei) - mehr Mitglieder als die Vereinten Nationen - und verdient mit dem Aushängeschild Fußball-WM alle vier Jahre Milliarden.

Die Idee der Gründung eines Dachverbandes wurde zu Beginn des letzten Jahrhunderts geboren, als auf dem europäischen Kontinent die ersten Länderspiele stattfanden. Weil sich die Briten, die bereits 1863 ihren Verband gegründet hatten, lange zierten, mit dem Festland zusammenzuarbeiten, wurde beschlossen, auf die Insel-Kicker keine Rücksicht zu nehmen.

1905 traten England, Irland, Schottland und Wales der FIFA bei, um sie 1920 wieder zu verlassen, weil Deutschland nach dem ersten Weltkrieg nicht aus der Fußball-Familie verstoßen worden war. 26 Jahre lang blieben die Briten der FIFA fern, ehe 1947 mit dem Duell einer britischen und einer Europa-Auswahl (6:1 vor 135.000 Zuschauern im Glasgower Hampden Park) ein versöhnlicher Neuanfang gemacht wurde.

Fünf Jahre lang bestand die FIFA nur aus europäischen Verbänden, mit Südafrika trat 1909 das erste "fremde" Land bei. Dann ging es schnell: 1912 folgten Argentinien und Chile aus Süd-, 1913 die USA aus Nordamerika. 1954 bei der WM in der Schweiz zählte die FIFA bereits 85 Mitglieder. Das Zeitalter der Dekolonialisierung in den 60er-Jahren (44 Neuaufnahmen) und die politischen Veränderungen in Osteuropa zwischen 1990 und 2000 (36 neue Verbände) ließen die Mitgliederzahl in die Höhe schnellen.

Maßgeblichen Anteil an der blühenden Entwicklung der FIFA hatten vor allem die beiden "Rekord-Präsidenten" Jules Rimet und Joao Havelange. Der Franzose war 33 Jahre lang im Amt und erweckte die FIFA nach dem ersten Weltkrieg zu neuem Leben, als nur noch 20 Verbände zum Mitgliederkreis gehörten. Rimet verwirklichte 1930 in Uruguay den Traum einer Weltmeisterschaft. Zu seinen Ehren wurde von 1946 bis 1970 um die Jules-Rimet-Trophäe gekämpft, die dann endgültig in den Besitz des dreifachen Weltmeisters Brasilien ging.

Die moderne Zeitrechnung der FIFA begann 1974 mit der Wahl des Brasilianers Joao Havelange zum Präsidenten. Der erste nichteuropäische Vorsitzende trimmte den Weltverband zu einem hochkarätigen Wirtschaftsunternehmen. Plötzlich waren WM-Eintrittsgelder, die bis dahin den Hauptanteil der Einnahmen gebildet hatten, nur noch Nebensache. TV- und Marketingrechte, Bandenwerbung und Sponsorenverträge erhielten immer größere Wichtigkeit. Mit den zusätzlichen Mitteln wurde der Fußball speziell in den Entwicklungsländern gezielt gefördert.

Parallel dazu wurde die Zahl der FIFA-Wettbewerbe kontinuierlich ausgebaut. Seit 1977 gibt es eine U20-WM, seit 1985 auch eine U17-WM und seit 1989 sogar eine Hallen-WM. Die Frauen küren ihren Titelträger seit 1991. Daneben stehen auch noch der umstrittene Confederations Cup und die Klub-WM auf dem FIFA-Programm.
(apa)

19.5.2004 11:49