Sonntag, 23. Mai 2004

"Verleumdungskampagne": Chalabi weist die Spionagevorwürfe zurück

  • Irakischer Politiker soll für Iran spioniert haben

Ahmend Chalabi, in den USA zuletzt in Ungnade gefallen, weist die Vorwürfe er habe für den Iran spioniert zurück. Der irakische Politiker sprach im US-TV-Sender ABC von einer Verleumdungskampapne. Seine Partei Irakischer National-Kongress (INC) habe zu keiner Zeit Geheiminformationen von den USA erhalten.

Chalabi wies auch den Vorwurf zurück, er habe falsche Informationen über Massenvernichtungswaffen im Irak zu Zeiten des Regimes von Ex-Präsident Saddam Hussein geliefert. Der INC habe auf Bitte des US-Geheimdienstes den Kontakt zu drei irakischen Flüchtlingen hergestellt. Es sei Aufgabe des Geheimdienstes und der Sicherheitsberater des US-Präsidenten gewesen, diese Informationen auszuwerten, sagte der Politiker.

Seinen Sturz erklärte Chalabi unter anderem damit, dass er gegen einen Terrorstaat im Irak gewesen sei, der von Geheimorganisationen unter diplomatischem Mantel geführt werde.

Nach 25 Jahren im Exil war Chalabi nach der Entmachtung Saddams in den Irak zurückgekehrt. Er galt lange Zeit als Hauptverbündeter des US-Verteidigungsministeriums und politischer Hoffnungsträger. Nach letzten Umfragen gehört Chalabi jedoch zu den unbeliebtesten Politikern seines Landes. In einer Zuspitzung der Situation durchsuchten irakische Sicherheitskräfte am Donnerstag in Bagdad seine Residenz und Büroräume.

23.5.2004 17:32