Samstag, 22. Mai 2004

Nach Folter-Skandal: US-Armee untersucht Todesfälle im Irak & Afghanistan!

  • Skandal-Aufdecker wurde versetzt und angeklagt
  • PLUS: Die schrecklichen Folter-BILDER aus dem Irak!

Im Zusammenhang mit dem Misshandlungsskandal von Abu Ghraib ermittelt die US-Armee wegen acht Tötungsdelikten im Irak und in Afghanistan. Das gab ein Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums am Freitag in Washington bekannt. Die acht Häftlinge könnten nach Angaben von Medizinern möglicherweise an den Folgen von Gewaltanwendung vor oder während der Verhöre gestorben sein.

Das US-Justizministerium hat zudem strafrechtliche Ermittlungen gegen einen US-Zivilisten eingeleitet, der im Gefängnis von Abu Ghraib gearbeitet hatte. Wie ein Ministeriumssprecher mitteilte, wurde die Behörde aufgrund einer Vorlage vom Verteidigungsministerium tätig. Über die Vorwürfe und die Identität des Mannes machte der Sprecher keine Angaben. Bei den Verhören von Gefangenen waren auch Zivilisten und Mitarbeiter privater US-Sicherheitsfirmen anwesend.

Die "Washington Post" hatte am Freitag von einem Übersetzer der US-Armee berichtet, der einen 15 bis 18 Jahre alten Jungen sexuell missbraucht haben soll. Laut dem "Wall Street Journal" war ein Übersetzer daran beteiligt, nackte und aneinander gefesselte Gefangene "in Sex-Stellungen" zu zwingen.

Aufdecker wurde versetzt und angeklagt
Derweil ergriff die US-Armee einem Fernsehbericht zufolge disziplinarische Maßnahmen gegen einen Soldaten, der den Folter- Skandal mit publik gemacht hatte. Unteroffizier Samuel Provance vom US-Militärgeheimdienst sagte dem Sender ABC, er sei versetzt worden und könne nicht mehr befördert oder ausgezeichnet werden. Zudem sei ihm mitgeteilt worden, dass ein Verwaltungsverfahren gegen ihn eröffnet werde, weil er seine Aussagen nicht zeitig genug gemacht und nichts gegen die Misshandlungen unternommen habe. Provances Anwalt wertete die Maßnahmen als Einschüchterungsversuche. Der 30-Jährige hatte erklärt, die US-Armee versuche, das Ausmaß des Skandals zu vertuschen. (apa/red)

22.5.2004 08:10