Donnerstag, 20. Mai 2004

Israel setzt Offensive in Gaza fort: Wieder Hamas-Führer bei Luftangriff getötet

  • Schon dritter Hamas-Führer in kurzer Zeit getötet
  • Mehrere Tote auch bei Panzer-Angriff in Rafah

Die Gewaltspirale in Israel dreht sich weiter. Nach Angriffen auf ein Flüchtlingslager in Rafah, bei dem es fünf Tote gab und einer Panzer-Attacke mit zwei Toten, tötete die israelische Armee bei einem Luftangriff wieder einen Hamas-Führer. Und auch danach gab es laut Augenzeugen wieder einen Raketen-Angriff auf ein Lager in Gaza.

Palästinensische Ärzte und Sicherheitskräfte teilten mit, der Leichnam des 37-jährigen Chalid Abu Ansa, der die Hamas in Rafah befehligte, sei am Abend geborgen worden. Bei dem Hubschrauberangriff waren am Morgen fünf weitere Palästinenser getötet worden. Nach Angaben der israelischen Armee galt der Angriff zwei verschiedenden Gruppen bewaffneter Palästinenser.

Die israelische Armee setzte den Militäreinsatz im südlichen Gazastreifen trotz internationaler Proteste und einer Resolution des UNO-Sicherheitsrates fort. Am Abend stießen rund 40 Panzer in das Flüchtlingslager Rafah vor, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Weitere Panzer seien in Richtung eines weiteren Flüchtlingslagers östlich von Rafah unterwegs. Zwei Explosionen seien zu hören gewesen.

Mit dem Einsatz im Gazastreifen will Israel Waffenschmuggel aus Ägypten unterbinden. Er hatte in der Nacht zum Montag begonnen.

Kritik auch aus den USA
Während UN und Europa bereits aufschreien und das Ende der Operation Regenbogen fordern, kommt jetzt sogar aus den USA Kritik am Vorgehen Israels. Nach langer Zeit legten die Amerikaner auch kein Veto gegen eine UN-Resolution ein.
(apa/red)

20.5.2004 19:02