Donnerstag, 20. Mai 2004

Wieder schockierende Fotos: US-Soldaten posieren vor der Leiche eines Häftlings

  • Militärpolizisten lachen und recken Daumen nach oben
  • PLUS: Die schrecklichen Folter-Bilder aus dem Irak!

Zwei neue schockierende Fotos aus dem Gefängnis Abu Ghraib bei Bagdad sind am Donnerstag veröffentlicht worden. Der US-Nachrichtensender CNN zeigte die Bilder, auf denen der Gefreite Charles Graner und die Militärpolizistin Sabrina Harman jeweils über der Leiche eines Häftlings zu sehen sind. Dabei lachen sie in die Kamera, zeigen mit dem Finger auf den Toten oder recken einen Daumen nach oben.

Nach Angaben des Fernsehsenders ABC posieren die US-Soldaten Charles Graner (35) und Sabrina Harman (26) über der Leiche von Mandel al Jamadi, der in der Dusche der US-Haftanstalt von Geheimdienstmitarbeitern oder zivilen Ermittlern zu Tode geprügelt worden sein soll. Sowohl Graner als auch Harman lächeln mit gehobenem Daumen über dem Kopf der Leiche in die Kamera.

Graner und Harman gehören zu den sieben US-Soldaten, die sich im Misshandlungsskandal von Abu Ghraib vor einem Militärgericht verantworten müssen. Nach Angaben des Anwalts von Graner handelt es sich bei den Aufnahmen um "unangemessenen Galgenhumor".

ABC beruft sich sich auf die Aussage von US-Unteroffizier Jason Kenner, wonach US-Elitesoldaten Jamadi in guter Verfassung ins Gefängnis von Abu Ghraib gebracht hätten. Als der Iraker tot aus dem Duschraum getragen worden sei, soll sein Körper mit blauen Flecken und Prellungen übersät gewesen sein. Die Leiche sei dann auf Eis gelegt worden.

CNN berichtete, die beiden neuen Fotos seien aufgetaucht, nachdem der US-Soldat Jeremy Sivits am Mittwoch als erster Angeklagter zu einem Jahr Gefängnis verurteilt worden war. Hunderte Fotos wurden von den US-Gefängniswärtern in Abu Ghraib gemacht; die ersten gelangten Ende April an die Öffentlichkeit und brachten den Folterskandal ins Rollen. Das US-Verteidigungsministerium hatte am Mittwoch mitgeteilt, eine weitere CD-ROM mit 24 Misshandlungsfotos sei entdeckt worden. Etwa die Hälfte von ihnen seien offenbar bereits veröffentlicht worden.

Der US-Oberkommandierende in der Region, John Abizaid, hatte am Mittwoch vor dem Verteidigungsausschusses des US-Senat bestritten, dass es eine "Kultur von Misshandlungen" gegeben habe. Nach seiner Darstellung handelt es sich um begrenzte Einzelfälle. (apa/red)

20.5.2004 13:13