Donnerstag, 20. Mai 2004

Lebenslang droht: Israelisches Gericht spricht Intifada-Führer Barguti schuldig!

  • Anklage: Mitgliedschaft bei Terror-Organisation
  • Strafausmaß soll am 6. Juni verkündet werden

Der unter Mordanklage stehende Chef der radikalen palästinensischen Fatah-Fraktion im Westjordanland, Marwan Barguti, ist von einem israelischen Gericht am Donnerstag schuldig gesprochen worden. Das berichtete die israelische Zeitung "Maariv" auf ihrer Webseite. Barguti droht eine lebenslängliche Haftstrafe. Das Strafausmaß soll am 6. Juni verkündet werden.

Dem 44-jährige Barguti wurde vorgeworfen, Mitglied einer terroristischen Organisation zu sein und für die Morde an 26 Personen verantwortlich zu sein. Der als strategischer Kopf des Palästinenser-Aufstandes geltende Barguti war im Frühjahr 2002 festgenommen worden. Er hatte öffentlich zum Aufstand der Palästinenser aufgerufen, aber bestritten, an Anschlägen gegen Israel beteiligt gewesen zu sein.

Vier Monate später begann der Prozess gegen Barguti. Laut Anklage hat er radikale Mitglieder der Gruppe finanziert und zu tödlichen Überfällen auf Israelis angewiesen. Barguti weigerte sich während des Aufsehen erregenden Prozesses, die israelische Gerichtsbarkeit anzuerkennen und von einem Anwalt verteidigt zu werden.

Der arabische Parlamentsabgeordnete Ahmed Tibi bezeichnete Barguti vor der Urteilsverkündigung als "Freiheitskämpfer". In seinem Schlussplädoyer hatte Barguti zur Fortsetzung des Kampfes gegen die israelische Besatzung aufgerufen. Er sei zwar "gegen das Töten unschuldiger Menschen", doch wer nicht gegen die Besatzung kämpfe, sei "kein Mensch". (apa)

20.5.2004 11:51