Donnerstag, 20. Mai 2004

Berlusconi zu Besuch bei Bush: "Italienische Truppen bleiben im Irak"

  • "Mörder wollen Aufbau einer Demokratie verhindern"
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Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat bei seinem Treffen mit US-Präsident George W. Bush in Washington die Entschlossenheit seiner Regierung beteuert, die Friedensmission "Antikes Babylonien" nach dem für den 30. Juni geplanten Machttransfer im Irak zu verlängern. "Wir werden diesen Kampf gewinnen, wenn wir geschlossen bleiben. Der Irak würde ins Chaos und in einen Bürgerkrieg ohne Ende stürzen, wenn wir das Land verlassen würden", sagte Berlusconi.

Der italienische Ministerpräsident erhielt von Bush Garantien, dass der UNO-Gesandte Lakhdar Brahimi der Koalition bis Ende Mai die Namen der Vertreter einer neuen irakischen Regierung vorlegen werde. Am Treffen zwischen Berlusconi und Bush nahmen auch Außenminister Colin Powell und Sicherheitsberaterin Condoleeza Rice teil.

"Bis Juli soll der Aufbau eines Wahlkomitees mit der Unterstützung der UNO abgeschlossen werden. Wahlen werden bis Jänner stattfinden", berichtete Berlusconi nach Angaben italienischer Medien. Er drängte auf ein Treffen zwischen dem neuen Präsidenten der irakischen Behörde, den Mitgliedern des UNO-Sicherheitsrats und Vertretern der westlichen Koalition in New York, um über die Übergangsphase zu diskutieren.

"Wir haben eine Arbeit begonnen, die wir nicht jetzt liegen lassen können. Wir müssen dem irakischen Volk eine funktionsfähige Demokratie garantieren", sagte Berlusconi. Im Südirak sind seit dem vergangenen Sommer rund 3.000 italienische Soldaten stationiert.

Bush dankte Rom für den Einsatz im Irak. "Mit Italien teilen wir die selben Werte. Ich bin auf meine Freundschaft mit Berlusconi stolz. Er hat sehr gute Ideen", betonte der US-Präsident. Er warnte, dass Mörderbanden den Aufbau einer Demokratie im Irak verhindern wollen.

Nach dem Treffen nahm Bush mit Berlusconi an einem von der Stiftung "Sons of Italy" organisierten Gala-Abend teil. Berlusconi wurde der Preis "Man of Courage" verliehen. Der italienische Ministerpräsident betonte, er widme den Preis den italienischen Soldaten, "die sich an der Seite der USA für Freiheit und Demokratie im Irak engagieren". (apa/red)

20.5.2004 10:04