Nach Häuserzerstörungen in Gaza: UN- Sicherheitsrat verurteilt Israel!
- Israel setzt Offensive trotzdem fort, tötet 5 Palästinenser
- Donnerstag: Panzer schießt in die Menge - zwei Tote
·Rafah: Israel feuert in Menschenmenge!
Zahlreiche Tote. Mittwoch abend wieder Verletzte
·Rafah: 20 Tote bei Israel-Einmarsch!
Scharfe Kritik von EU, UNO und amnesty international
·Israel: Häuser- Zerstörung legal!
Oberstes Gericht erlaubt Vorgehen der Armee
·Neue Hoffnung für den Nahen Osten?
Powell legt Bekenntnis zu Palästinenser-Staat ab
Trotz einer Verurteilung durch den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat Israel seine Offensive im Gazastreifen am Donnerstag fortgesetzt. Bei Angriffen auf bewaffnete Kämpfer im Flüchtlingslager Rafah wurden am Donnerstag fünf Palästinenser getötet. Später am Donnerstag schoss dann ein Panzer in eine Menschenmenge. Laut Augenzeugen gab es dabei zwei Tore. Damit stieg die Zahl der Todesopfer auf 41, unter ihnen mehrere Kinder und Jugendliche.
Israel werde die zum Wochenbeginn eingeleitete Militäraktion so lange fortsetzen, bis alle Tunnelanlagen für den Waffenschmuggel über Ägypten zerstört seien, erklärte die Sprecherin der Streitkräfte, Brigadegeneralin Ruth Jaron.
Donnerstag früh kamen beim Abschuss einer Rakete drei Bewaffnete ums Leben, die sich nach Militärangaben den Truppen genähert hatten. Später feuerte ein Panzer eine Granate ab und tötete zwei weitere Bewaffnete, wie palästinensische Ärzte mitteilten.
In den engen Gassen des Viertels Tel Sultan setzten Soldaten ihre Razzia fort. Sie zerstörten am Donnerstag ein vierstöckiges Haus, das einem Mitglied des Islamischen Dschihads gehörte, sowie das Gebäude eines islamischen Sportvereins.
Die Zahl der Toten bei einem Angriff auf eine demonstrierende Menschenmenge in Rafah wurde am Donnerstag auf acht nach unten korrigiert. Unter ihnen seien sechs Kinder und Jugendliche, sagte der Leiter der Klinik in Rafah, Ali Mussa.
55 Menschen wurden teilweise lebensgefährlich verletzt. Israel hat den Tod der Zivilisten bedauert, beschuldigte aber die Palästinenser, sie hätten zugelassen, dass sich Bewaffnete unter die Menschenmenge gemischt hätten.
In New York verurteilte der Weltsicherheitsrat die Tötung von Zivilpersonen im Gazastreifen und die Zerstörung von Wohnhäusern. Der Resolution stimmten 14 von 15 Mitgliedsstaaten zu; die USA enthielten sich der Stimme. Der stellvertretende amerikanische UN-Botschafter James Cunningham äußerte sich besorgt über den Verlust von unschuldigen Menschenleben und die Zerstörung von Häusern.
Israel habe zwar das Recht auf Selbstverteidigung. "Wir sehen aber nicht, dass die Operationen der vergangenen Tage im Gazastreifen im Interesse des Friedens und der Sicherheit liegen", sagte Cunningham. Es war das erste Mal seit September 2002, dass die USA eine gegen Israel gerichtete Resolution nicht mit ihrem Veto gestoppt haben.
US-Außenminister Colin Powell sagte, das israelische Verhalten mache es den USA schwerer, den Friedensprozess voranzutreiben. Das Weiße Haus forderte in einer Erklärung den Rückzug der israelischen Truppen aus dem Gazastreifen.
Der israelische UN-Botschafter Dan Gillerman äußerte Bedauern über das Abstimmungsverhalten der USA im Sicherheitsrat. "Das Leiden der palästinensischen Bevölkerung ist direkte Folge des palästinensischen Terrorismus gegen unschuldige Israelis", sagte Gillerman. (apa)
