41 Tote bei Luftangriff auf eine Hochzeit: US-Streitkräfte bestätigen Angriff!
- Krankenhausarzt bestätigt Opfer-Zahl
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Bei einem US-Luftangriff an der irakisch- syrischen Grenze sind in der Nacht zum Mittwoch mindestens 41 Menschen getötet worden. Ein Kampfhubschrauber habe um drei Uhr früh Ortszeit auf ein Haus gefeuert, in dem "ausländische Kämpfer" vermutet wurden, sagte ein Sprecher der US-geführten Koalition am Donnerstag in Bagdad. Das Gebäude sei angegriffen worden, nachdem von dort Schüsse abgegeben worden seien.
Arabische Fernsehsender hatten zuvor unter Berufung auf Augenzeugen berichtet, die US-Armee habe in dem kleinen Wüstendorf in der Nähe der syrischen Grenze eine Hochzeitsgesellschaft angegriffen. Gäste hätten zuvor Freudenschüsse in die Luft abgegeben. Auf Fernsehbildern waren zahlreiche Tote zu sehen, unter ihnen auch Frauen und Kinder.
Ein Sprecher des US-Militärs erklärte am Donnerstag in Bagdad, amerikanische Soldaten seien in dem Dorf gegen einen möglichen Unterschlupf von Aufständischen vorgegangen und dabei in "feindliches Feuer" geraten. Daraufhin sei für die am Boden eingesetzten Koalitionstruppen Luftunterstützung geschickt worden.
Augenzeugen und Krankenhausärzte in der benachbarten Stadt El Kaim erklärten, die Besatzungstruppen hätten bei einem ersten Angriff auf die 180 Hochzeitsgäste in der Nacht zum Mittwoch 21 Menschen getötet und 18 weitere Hochzeitsgäste verletzt. Wenige Stunden später seien erneut zwei Häuser in Makar el Dhib von Hubschraubern aus unter Beschuss genommen und zerstört worden. Bei diesem zweiten Luftangriff seien weitere 20 Iraker getötet und mehr als 20 Menschen verletzt worden.
Die US-Armee erklärte, nach dem Luftangriff seien in dem Dorf Waffen, Geld, ausländische Pässe und ein Satellitentelefon beschlagnahmt worden. Irakische Augenzeugen sagten, die Soldaten hätten zehn Männer gefangen genommen. Der arabische Fernsehsender Al Arabiya zeigte Bilder aus dem 500-Einwohner-Dorf, auf denen weinende Männer zu sehen waren, die Kinder zu Grabe trugen. Zahlreiche Gräber wurden ausgehoben.
Bei irakischen Hochzeiten wird oft als Zeichen der Freude in die Luft geschossen. In der Vergangenheit hatten Soldaten der Koalitionstruppen dieses traditionelle Freudenfeuer aus Gewehren bereits mehrfach als Angriff gedeutet und mit einem Gegenschlag geantwortet.
Makar el Dhib liegt nahe der syrischen Grenze. In der Umgebung der Stadt hatte es in den vergangenen Monaten zahlreiche Razzien und Militäroperationen der US-Armee gegen mutmaßliche Aufständische und Terroristen gegeben. (apa/red)
