Wieder 14 Tote im Gazastreifen: Israel feuert mit Raketen auf Demonstranten!
- Seit Beginn der "Operation Regenbogen" schon 37 Tote
- Trotz heftiger Kritik: Israel hält an Gaza-Einsatz fest
·Rafah: 20 Tote bei Israel-Einmarsch!
Scharfe Kritik von EU, UNO und amnesty international
·Israel: Häuser- Zerstörung legal!
Oberstes Gericht erlaubt Vorgehen der Armee
·Neue Hoffnung für den Nahen Osten?
Powell legt Bekenntnis zu Palästinenser-Staat ab
An die 3000 Menschen demonstrierten in Rafah im südlichen Gazastreifen gegen die israelische Offensive im örtlichen Flüchtlingslager, als ein Militärhubschrauber Raketen auf die Menschenmenge feuerte. Mindestens 10 Menschen wurden getötet, zahlreiche Demonstranten verletzt. Schon Dienstag sind bei einem Anschlag 23 Menschen ums Leben gekommen. Die israelische Armee hatte ihre Offensive in Rafah trotz der scharfen Kritik von EU, UNO und amnesty international fortgesetzt.
Auch die USA üben scharfe Kritik, UN-Chef Annan forderte das sofortige Ende der Militäraktion. Ungeachtet dessen feuerte die Armee wieder auf ein Haus, mehrere Menschen sind verletzt worden.
Bei dem israelischen Angriff auf die Demonstranten sind nach ersten Informationen mindestens zehn Menschen getötet worden. 35 weitere wurden zum Teil schwer verletzt, wie ein Krankenhaussprecher mitteilte. Augenzeugen berichteten von dramatischen Szenen im örtlichen Krankenhaus, das für schwierige Notfälle nicht ausgerüstet ist. An der Demonstration nahmen schätzungsweise 3.000 Menschen teil.
Die israelische Armee bestreitet unterdessen, dass ein Kampfhubschrauber in die Menge gefeuert hat, spricht nur von einigen Leuchtkörpern und einer Rakete, die im freien Gelände abgefeuert wurde. Es sei aber noch zu früh, die genauen Vorgänge festzustellen. "Dies ist ein Kampfgebiet, das mit Sprengsätzen gespickt ist." Möglicherweise sei eine der Bomben explodiert.
Aller internationalen Kritik zum Trotz hält Israel am Einsatz in Gaza fest: "Dies ist ein notwendiger und entscheidender Einsatz für die Sicherheit des Staates Israel. Dieser Einsatz ist unerlässlich und wird so lange wie nötig fortgesetzt", sagte der israelische Verteidigungsminister Shaul Mofaz am Mittwoch.
Armee fordert palästinesische Extremisten zur Aufgabe auf
Die israelische Armee forderte bei ihrem Großeinsatz in Rafah alle militanten Palästinenser zur Aufgabe auf. Andernfalls sollten die Häuser ihrer Familien zerstört werden, sagten Einwohner des Flüchtlingslagers. Die Soldaten hätten mit Lautsprechern von den Militanten gefordert, weiße Fahnen als Zeichen der Aufgabe zu schwenken, sagten Augenzeugen. Daraufhin hätten sich einige Palästinenser den Truppen gestellt. Auch sollen israelischen Soldaten alle Männer über 16 Jahren in Rafah aufgefordert haben, sich in einer Schule zu versammeln. Die Armee erklärte dagegen, sie habe nur "die Extremisten" dazu aufgerufen.
"Operation Regenbogen" fordert zahlreiche Opfer
Zu Beginn des israelischen Großeinsatzes "Operation Regenbogen" im Gaza-Streifen sind seit Dienstag mindestens 37 Palästinenser getötet und mehr als 70 verletzt worden. Im Lager Rafah, in dem rund 90.000 Menschen leben, fiel der Strom aus. Am Mittwoch hatten die Bewohner auch kein Wasser mehr. Einwohner berichteten, wegen der anhaltenden Gewalt könnten die Verletzten nur schwer medizinisch versorgt werden, auch die Bergung der Toten sei schwierig.
Amnesty international: Häuserzerstörungen vestoßen gegen Genfer Konvention
Auch am Mittwoch wurden nach palästinensischen Angaben mehrere Häuser dem Erdboden gleich gemacht. Die Menschenrechtsorganisation amnesty international (ai) hat die gegen die Vierte Genfer Konvention verstoßenden Häuserzerstörungen als Kriegsverbrechen eingestuft. (apa)
