Unruhen in Afrika: Ugandische Armee tötete mehr als 50 Rebellen
- Gruppe aus rund 250 Kämpfern wurde bombardiert
- Im Norden Ugandas stellten sich mehr als 70 Rebellen
Einen Tag nach einem Massaker in einem Flüchtlingslager mit knapp 40 Toten hat die ugandische Armee nach eigenen Angaben mehr als 50 Kämpfer der ugandischen Rebellenorganisation Lord's Resistance Army (LRA) getötet. Eine Gruppe aus rund 250 Kämpfern sei bombardiert und 54 Rebellen getötet worden, sagte ein Armeesprecher in Kampala. "In dieser Gegend wohnen keine Zivilisten", fügte er hinzu.
Es sei kein Vergeltungsakt für den Angriff auf das Flüchtlingslager in Nord-Uganda gewesen. Die Rebellen hätten zuvor Lebensmittel in sudanesischen Dörfern gestohlen. Die ugandischen Bodentruppen hätten die Leichen gezählt. Es handelt sich um die größte Zahl getöteter Rebellen durch die ugandische Armee auf sudanesischem Gebiet. Der Sprecher wirft der LRA vor, Stützpunkte im Süden des Nachbarlandes Sudan zu unterhalten.
Im Bezirk Pader im Norden Ugandas stellten sich mehr als 70 LRA- Rebellen den Regierungstruppen, wie Armee- und Kirchenvertreter mitteilten. So viele LRA-Kämpfer hätten sich noch nie gleichzeitig ergeben, hieß es. Ein Priester sagte, die Kämpfer ließen sich von Zivilisten zu einem Armeestützpunkt begleiten. Ein Armeesprecher gab die Zahl mit 77 an.
Die LRA kämpft seit 1988 im Norden Ugandas gegen die Regierung von Yoweri Museveni. Sie strebt die Gründung einer auf dem Christentum basierenden Regierung an. In dem Konflikt sollen bisher mindestens 100.000 Menschen getötet worden sein. Zudem entführte die LRA schätzungsweise 20.000 Kinder, um sie als Kämpfer zu rekrutieren oder aus ihnen Sexsklaven zu machen. (apa)
