Montag, 17. Mai 2004

Letzte Meldung: Brand in Haftanstalt in Honduras - 103 Häftlinge verbrennen

  • Dutzende weitere wurden bei Feuer-Unglück verletzt
  • Schwere Anschuldigungen gegen Wachpersonal

Bei einem Brand in einer Haftanstalt in Honduras sind am Montag nach amtlichen Angaben 101 Menschen ums Leben gekommen, 27 weitere Häftlinge wurden verletzt. Der Polizeisprecher der Stadt, Wilmer Torres, sagte, der Brand sei offenbar durch einen Kurzschluss ausgelöst worden. Mehrere Überlebende erklärten jedoch, der Brand sei absichtlich gelegt worden.

Mitten in der Nacht gab es eine Explosion, die vermutlich auf Benzin zurückzuführen ist. Die Häftlinge wurden im Schlaf von den Flammen überrascht, die sich rasch ausbreiteten. "Als wir aufwachten, standen unsere Kleidung und Bettwäsche bereits in Flammen", berichtete ein Überlebender.

>b>Anschuldigungen gegen Wachpersonal
Ein Häftling erhob schwere Anschuldigungen gegen das Wachpersonal: Dieses habe die Gefangenen mit Schüssen in Schach gehalten, statt sie vor den Flammen zu retten. Die Gefangenen hätten vergeblich um Hilfe geschrien. Anstatt die Zellentüren zu öffnen, um die Gefängnisinsassen vor den Flammen zu retten, hätten die Wachbeamten begonnen, Schüsse abzugeben.

Unmenschliche Haftbedingungen
Menschenrechtsorganisationen kritisieren immer wieder die Haftbedingungen in den hoffnungslos überfüllten honduranischen Gefängnissen. Sie werfen den staatlichen Sicherheitskräften vor, die Jugendbanden regelrecht "auslöschen" zu wollen. Die Regierung von Präsident Ricardo Maduro weist entsprechende Beschuldigungen entschieden zurück.

17.5.2004 14:21