Montag, 17. Mai 2004

Rice gibt Rumsfeld Rückendeckung:
"Präsident will, dass er im Amt bleibt!"

  • Rice selbst bezeichnet Skandal als "große Schande"
  • Druck auf Rumsfeld wird größer: Gab er Folter-Befehle?

US-Sicherheitsberaterin Rice hat dem wegen Misshandlungen irakischer Gefangener unter Druck geratenen Verteidigungsminister Rumsfeld Rückendeckung gegeben. Rücktrittsforderungen erteilte sie in einem TV-Interview eine Absage: "Der Präsident will, dass er im Amt bleibt." Die Misshandlungen bezeichnete Rice als "große Schande" für die USA. Die Vorfälle müssten nun entschlossen aufgeklärt werden.

Die angesehene amerikanische Zeitschrift "New Yorker" hatte am Wochenende neue schwere Vorwürfe gegen Rumsfeld erhoben. Der Pentagon-Chef habe persönlich brutale Verhörmethoden gebilligt, darunter entwürdigende und demütigende sexuelle Misshandlungen. Ein Pentagon- Sprecher wies dies vehement zurück. Die Vorwürfe seien "abstrus, verschwörerisch und voller Fehler und unbelegten Mutmaßungen", sagte Pentagon-Sprecher Lawrence Di Rita.

Nach Präsident Bush schloss am Sonntag auch Sicherheitsberaterin Rice einen vorzeitigen Abzug der US-Truppen aus dem Irak aus. "Amerika fängt nie eine Aufgabe an und macht sie nicht fertig", sagte sie in der ARD. Dem Berliner "Tagesspiegel" sagte Rice: "Wir bleiben, bis der Job erledigt ist, bis die Iraker für ihre Sicherheit sorgen können". Auch die einfachen Iraker verstünden, "dass sie uns für die Sicherheit noch brauchen", fügte Rice hinzu. (apa)

17.5.2004 07:21