Freitag, 21. Mai 2004

"Wallfahrt der Völker" in Mariazell: Schönborn ist zufrieden!

  • "Ich habe kein grantiges Gesicht gesehen"
  • Herzerwärmende Jugendmesse zum Abschluss

Humorvoll zog der Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn Bilanz über die "Wallfahrt der Völker" in Mariazell. In Anspielung auf den Regen während der Eucharistiefeier lobte Schönborn vor allem die "positive Einstellung der Pilger" zu dieser Situation: "Ich habe kein grantiges Gesicht gesehen." Das befürchtete Verkehrs-Chaos ist ausgeblieben. Sonntag ging die Wallfahrt mit einer Jugendmesse zu Ende. Die gute Stimmung unter Pilgern und Bischöfen konnte auch teils heftiger Schneefall nicht trüben.

Mit einem Aufruf an die Christen, am Bau des künftigen Europa mitzuwirken, ist am Samstag die Festmesse zur "Wallfahrt der Völker" in Mariazell zu Ende gegangen. Die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen der acht beteiligten Länder riefen zu Solidarität innerhalb und außerhalb Europas, zum Schutz des Lebens, der Umwelt und zur Achtung des Wertes der Familie in der Gesellschaft auf.

Der Erzbischof von Wien, Kardinal Schönborn, plädierte in seiner Predigt für ein Europa der Vielfalt und der Versöhnung. Er rief dazu auf, die Mauern der Vorurteile, des Misstrauens und der Schuldzuweisungen zu überwinden. Die Zahl der Pilger schätzte Schönborn auf 100.000.

Die Durchführung der "Wallfahrt der Völker" wurde durch Schlechtwetter und Regen erschwert. Die für PKW vorgesehenen Wiesen konnten nicht als Parkplätze genutzt werden. Der Privatverkehr wurde daher großräumig angehalten, die Teilnehmer wurden mit Shuttle-Bussen nach Mariazell gebracht. Die Zahl der Busse wurde von der Exekutive auf 1.500 geschätzt. Im Großraum Mariazell kam es zwar zu Staus, das große Chaos ist aber ausgeblieben. Zahlreiche Pilger beschwerten sich zwar darüber, dass die Wege zu den Bussen weit waren und die Busse vor allem bei der Abfahrt woanders standen als bei der Anreise, den positiven Gesamteindruck konnte das aber nicht trüben.

In seiner Predigt rief Schönborn zum Schutz des menschlichen Lebens auf. Christ sein bedeute, sich der Ungeborenen anzunehmen und die werdenden Mütter in Not "nicht im Stich zu lassen". Es bedeute aber auch, die Sterbenden zu begleiten. Die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen bezeichneten in der "Botschaft von Mariazell" das Christentum als "Großmacht weltweiter Barmherzigkeit", die den Respekt und die Dankbarkeit der Zivilgesellschaft verdiene.

Die EU sei geschaffen, jetzt gelte es, Europäer zu schaffen. Das sei ein langwieriger Weg, der viel Geduld erfordere, betonte der päpstliche Legat, Kardinal-Staatssekretär Sodano. Papst Johannes Paul II. bezeichnete die Wallfahrt in einer Videobotschaft als wichtiges Anliegen: "Es geht um kein geringes Anliegen: Die Zukunft der Menschen auf diesem Kontinent". (apa)

21.5.2004 22:22