Freitag, 21. Mai 2004

Familiendrama in Oberösterreich: Obduktion brachte Gewissheit!

  • Motiv unklar: "Schuldentilgung war geregelt"
  • Wirt tötete Familie und beging Selbstmord

Klarheit haben die Ermittler seit Samstag früh über den Hergang jenes Familiendramas, das am Freitag in Oberösterreich drei Tote gefordert hat. Eine Obduktion der Leichen ergab, dass alle mit derselben Waffe getötet worden sind. Damit bestätigten die Gerichtsmediziner die Vermutungen der Exekutive: Der Familienvater, ein 61-jähriger Wirt, hat zuerst seine Frau und seine Tochter erschossen, anschließend steckte er das Haus in Nettingsdorf in Brand und richtete die Waffe schließlich gegen sich selbst. Das Motiv "Schulden" geriet ins Wanken. Die Schuldentilgung sei geregelt gewesen, erklärte der Anwalt des Mannes.

Die tatsächlichen Umstände, die dazu führten, dass der Mann zur Waffe gegriffen hat, dürften "wohl ewig ein Rätsel" bleiben, so der oberösterreichische Sicherheitsdirektor Alois Lißl. Auch ein Kellner, der bis kurz vor der Tat in der Gastwirtschaft gewesen sei, habe nichts bemerkt, was auf die bevorstehende Tragödie hingedeutet hätte.

Freitag gingen die Ermittler von hohen Schulden als Tatmotiv aus. Der Anwalt des Mannes äußerte aber Zweifel, da die Schuldentilgung geregelt sei. Bei einem Gespräch am Dienstag habe er sich "zuversichtlich und kampfbereit" gezeigt. Die Schulden des Mannes in der Höhe einer knappen Mio. Euro wären "zu bedienen gewesen", der Wirt habe in den letzten Jahren bereits einen ähnlich hohen Betrag an Schulden abgebaut.

Laut Kriminalisten hat der Mann einen Abschiedsbrief hinterlassen, der an einen Freund adressiert war. Darin sprach er von Selbstmord - Motiv nannte er aber keines.
(apa/red)

21.5.2004 12:48