100.000 Pilger kommen nach Mariazell!2.000 Helfer fürchten totales Verkehrschaos
- Gläubige reisen in 1.700 Bussen & bis zu 10.000 Pkw an. PLUS: Gusenbauer, Schüssel & Häupl kommen
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2.000 Sicherheitskräfte befürchten Chaos total! 1.700 Busse und möglicherweise 10.000 Pkw bringen 100.000 Wallfahrer nach Mariazell, zur "Wallfahrt der Völker"! Auf steirischer Seite 450 Gendarmen, 1.000 Soldaten sowie 161 Rot-Kreuz-Sanitäter und des Malteser Hospitaldienstes stehen im Einsatz. Weiters rücken 400 Feuerwehrleute mit rund 90 Fahrezeugen aus den steirischen Bezirken an. Drei Hubschrauber stehen bereit, binnen 30 Minuten können es laut Diözese Graz-Seckau insgesamt sechs sein. Eine weitere Sorge: Schlechtes Wetter!
Der Pilgerstrom zur "Wallfahrt der Völker" in Mariazell hielt sich am Freitag noch in Grenzen, dafür stellte sich gegen 13.30 Uhr ein ungebetener Gast ein. Der Himmel öffnete seine Schleusen und es begann in Strömen zu regnen. Selbst wenn der Regenguss nach einigen Minuten etwas abflaute, war eine entscheidende Wetterbesserung nicht in Sicht. Mariazell lag unter einer dicken Wolkendecke.
Sollte sich an der Wetterlage nichts ändern, dürfte das die Organisatoren vor allem in zwei Bereichen vor Probleme stellen. Viele Parkplätze für Pkws sind in Wiesen vorgesehen. Sie können bei längerem Regen nur bedingt bis gar nicht benutzt werde. Das würde das befürchtete Verkehrschaos nur noch verstärken.
Dazu kommen die 6.500 Jugendlichen aus den acht Teilnehmerländern, die neben den Festgelände in einem Zeltdorf wohnen. Für sie könnte es bei Schlechtwetter auf Dauer auch höchst ungemütlich werden.
Gendarmen regeln Anreise
Laut dem Veranstalter, der Diözese Graz-Seckau, sind für die Anreise der Wallfahrer rund 120 Gendarmen abgestellt, bei der Abreise werden es 75 sein. Die Beamten seien in Tag- und Nachtschichten unterwegs. Unterstützt werden die steirischen Kräfte durch vier Züge der Einsatzeinheit Niederösterreich. Für den verkehrsdienstlichen Einsatz sind laut steirischen Landesgendarmeriekommando (LGK) rund 200 Beamte abgestellt. Die Exekutive ist dabei ausschließlich für die Verkehrsregelung und -lenkung zuständig. Für anreisende Busse wurden Checkpoints und Zählstellen errichtet. An den Checkpoints werden Codierungskarten für die vorgesehenen Parkplätze durch den Veranstalter ausgegeben. Von einer Anreise mit dem eigenen Pkw rät die Exekutive ab, auf Grund einer Verkehrssperre ist auch eine Anfahrt über den Zeller Rain nicht möglich.
Mobile Sanitäter
Die Sanitäter seien auf Grund der örtlichen Gegebenheiten in 25 Fußtrupps eingeteilt und mit Erste-Hilfe-Rucksäcken und fahrbaren Tragen unterwegs. Zur Versorgung dienen vier Sanitätshilfsstationen mit Betten und ärztlicher Versorgung. 14 Ärzte - davon elf Notärzte und 41 Rettungswagen stehen parat. Zwei mobile Ersthelfer sind auch mit dem Motorrad unterwegs. Im LKH Mariazell wurde ein Großambulanz mit erhöhter ärztlicher Bereitschaft und zehn Dolmetschern eingerichtet. Ein Hubschrauber wird vom Bundesheer, zwei vom ÖAMTC gestellt. Die Autofahrerklubs ARBÖ und ÖAMTC haben zahlreiche Pannenhelfer vor Ort.
1.500 Kirchen-Mitarbeiter, 150 Kardinäle und Bischöfe
In den drei Tagen vom Freitag bis zum Sonntag sind aber auch rund 1.500 ehrenamtliche und 80 hauptamtliche Mitarbeiter der Kirche tätig - als Streckenposten, Ordner am Festplatz, Betreuer von Infoständen, bei der Essensausgabe oder als Leiter von Workshops für Jugendliche. Gendarmerie und Feuerwehr haben ihre Einsatzstäbe in Mariazell angesiedelt.
"Im Einsatz" in spiritueller Hinsicht stehen in Mariazell auch - neben den 80.000 bis 100.000 zu erwartenden Pilgern - 150 Kardinäle und Bischöfe, 1.200 Priester und 600 Ministranten. Damit der Himmel über dem Gnadenort ganz den Wallfahrern gehört, wurde über den Großraum ein Flugverbot verhängt, das von den Draken des Bundesheeres überwacht wird.
(apa/red)
