Donnerstag, 20. Mai 2004

Vorsicht heiß! 3.500 Kinder in Österreich erleiden jährlich Verbrennungen

  • Risikogruppe: Die neun bis 24 Monate jungen Kids
  • Risikofaktor: Badewasser, die Herdplatte und Öfen

Das Institut "Sicher leben" schlägt Alarm. Jährlich erleiden laut einer Studie 3.500 Kinder Verbrennungen oder Verbrühungen. Besonders gefährdet sind neun bis 24-monatige Kinder, die auf heiße Herdplatten greifen, heiße Flüssigkeiten vom Tisch ziehen und sich an Öfen und Badewasser verletzen.

Eine der neusten Entwicklungen in der Verbrennungsbehandlung wurde jetzt gemeinsam mit Ärzten des Linzer Unfallkrankenhauses (UKH) entwickelt. "Mit dem Computerprogramm BurnCase 3D gelingt es in kürzester Zeit eine standardisierte Datenerhebung, Dokumentation, Diagnose und normierte Auswertung der Verbrennungsverletzungen auch bei Kindern zu ermöglichen", erklärte der ärztliche Leiter der Linzer UKH Primar Albert Kröpfl, bei einer Pressekonferenz am Donnerstag in Linz.

Das neue Programm wurde von der Firma "Upper Austrian Research" in Hagenberg gemeinsam mit zwei Oberärzten des Linzer UKH erstellt. Am häufigsten betroffen von so genannten "thermischen Verletzungen" seien - so der Mediziner - Kinder in der Altersgruppe zwischen "neun und 24 Monaten". Als besondere Risikofaktoren zählen dabei "Verletzungen an heißen Öfen, das Herunterziehen von heißen Flüssigkeiten von Tischen oder Herdplatten und das Verbrühen mit Badewasser".

"Etwas ältere Kinder verletzten sich meist durch Spielen mit Zündhölzern oder Feuerzeugen, Feuerstellen und durch Griller", erläuterte Kröpfl. Bei fünf Prozent der Fälle handle es sich um "ausgedehnte Verletzungen, die eine Zusammenarbeit von auf Verbrennungsverletzungen spezialisierte Kinder-, Unfall- oder Plastische Chirurgen, sowie Intensivmediziner notwendig machen", so Kröpfl. Deshalb habe man auch die enge Zusammenarbeit mit der Linzer Kinderklinik "weiter forciert".

Als erster Schritt dieser Zusammenarbeit in der Behandlung der kindlichen Verbrennungen wird am Freitag und am Samstag in Linz ein gemeinsames Symposium von Unfall- und Kinderkrankenhaus und der "Upper Austrian Research" veranstaltet. "Es gibt genügend erprobte Vorkehrungen und Maßnahmen, die in jedem Haushalt leicht umgesetzt werden können, um die Gefahr einer Verbrühung gerade bei Kleinkindern zu minimieren. Gefäße mit heißen Flüssigkeiten sind zum Beispiel außerhalb der häufig unterschätzen Reichweite der Kinder auf einer rutschfesten Unterlage abzustellen", rät der Leiter des Institutes "Sicher Leben", Rupert Kisser.
(apa/red)

20.5.2004 16:14