2.865 Tage unschuldig als Mörder in Haft: Heidegger kriegt 1 Mio. Entschädigung!
- Er wurde 1994 wegen Mordes an Taxilenkerin zu 20 Jahren verurteilt. Mai 2003: Freispruch
·Unschuldig 8 Jahre in Haft: Freispruch!
Sensation im Mai 2003: Mord-Urteil aufgehoben!
Die Sensation ist perfekt: Der Gmundner Peter Heidegger, der fast acht Jahre lang unschuldig wegen Mordes im Gefängnis saß, erhält knapp eine Million Euro Entschädigung! Die Republik Österreich zahlt exkat 950.000 Euro. 1994 wurde er im 1. Prozess wegen Mordes an einer Taxilenkerin zu 20 Jahren verurteilt. Fast genau vor einem Jahr - im Mai 2003 - endete der 2. Prozess. Mit einem einstimmigen Freispruch!
Das bestätigte Böhmdorfer am Mittwoch im ORF-Mittagsjournal von Radio Salzburg. Die Anwälte und Vertreter des Bundes hätten sich außergerichtlich auf diese Summe geeinigt, schilderte der Minister. Eine Bestätigung durch die Anwälte Heideggers war für die APA vorerst nicht erhältlich.
Die Anwälte Heideggers hatten den immateriellen Schaden (Schmerzensgeld, Rufschädigung), der für ihren Mandanten durch den Freiheitsentzug entstanden sei, zuvor mit 1,15 Millionen Euro beziffert. Laut Böhmdorfer sei damit zu rechnen, dass die Entschädigung aus dem Budget des Innenministeriums gezahlt werde, weil dort auch die Fehler passiert seien. Er habe deshalb Rechnungshof-Präsident Franz Fiedler um die Koordinierung der insgesamt drei befassten Ministerien ersucht.
Peter Heidegger war im ersten Prozess 1994 wegen Mordes an der Salzburger Taxilenkerin Claudia Deubler zu 20 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt und im zweiten Verfahren 2003 freigesprochen worden. In dem Beschluss des Landesgerichts Salzburg, in dem Peter Heidegger ein Ersatzanspruch gegenüber der Republik Österreich für die Dauer seiner Haft und die Verurteilung zusteht, erhob das Gericht schwere Vorwürfe gegen die ermittelnden Beamten. Schon die Festnahme des Gmundners sei "gesetzwidrig gewesen", heißt es.
Mordfall wird neu aufgerollt
Jetzt konzentrieren sich die Vorerhebungen der Gendarmerie in Linz, die den Mordfall Claudia Deubler übernommen hat, auf zwei Salzburger, die von Zeugen als mutmaßliche Täter genannt wurden.(apa)
