Dienstag, 18. Mai 2004

Tod im Flüchtlingslager: Prozess um Massenschlägerei in Traiskirchen startet

  • Vier Angeklagte stehen in Wiener Neustadt vor Gericht
  • Familienstreitigkeiten dürften Tumult ausgelöst haben

Am Landesgericht Wiener Neustadt müssen sich heute, Mittwoch, vier Asylwerber verantworten, die der absichtlichen schweren Körperverletzung mit Todesfolge sowie des Landfriedensbruchs verdächtig sind. Anfang August 2003 hatte eine Massenschlägerei zwischen tschetschenischen und moldawischen Asylwerbern im Flüchtlingslager Traiskirchen ein Todesopfer gefordert. Ein 24-jähriger Tschetschene erlag wenig später im Krankenhaus seinen schweren Kopfverletzungen.

Mindestens 15 Personen waren bei der Massenschlägerei verletzt worden, darunter auch der später Verstorbene. Familienstreitigkeiten dürften den Tumult ausgelöst haben, der in eine Auseinandersetzung zwischen Flüchtlingsgruppen aus Tschetschenien und Moldawien gemündet hatte, die schließlich zum Raufhandel eskalierte.

Die Schlägerei zog einen Großeinsatz der Exekutive nach sich, rund 100 Beamte konnten die Situation schließlich relativ rasch unter Kontrolle bringen. Im Zuge der Ermittlungen wurden vier verdächtige Moldawier verhaftet. (apa/red)

18.5.2004 22:13