Nach Tod eines verwahrlosten Linzers: Gerichtliche Vorerhebungen gegen Tante
- Tante des Kranken verbot Kontakt zur Außenwelt
- Linzer lag im eigenen Kot: Justizbeamter brach Tür auf
Nach dem Tod eines 54-jährigen verwahrlosten, psychisch kranken Linzers, der Ende Mai von einem Linzer Richter aus der "Obhut" seiner Tante befreit worden und wenig später im Krankenhaus gestorben war, sind gerichtliche Vorerhebungen wegen des Verdachtes des "Quälens oder Vernachlässigens unmündiger, jüngerer oder wehrloser Personen" eingeleitet worden. Das gab Rainer Schopper von der Staatsanwaltschaft Linz bekannt.
Als verdächtig gilt die bald 80 Jahre alte Tante des Toten. Die Ermittlungen konzentrieren sich vorerst auf die Todesursache und den möglichen Zusammenhang mit der davor liegenden Betreuung durch die Tante. Der Fall war Ende Mai nach einem Hinweis des in Wien lebenden Bruders des 54-Jährigen aufgeflogen. Ein Richter vom Bezirksgericht Linz wollte den Mann besuchen. Die Tante verweigerte ihm jedoch den Zutritt zur Wohnung. Daraufhin kehrte der Richter mit Feuerwehr und Polizei zurück und drang in die Wohnung vor. Er fand den Linzer in seinem Kot im Bett.
Der 54-Jährige wurde in ein Linzer Spital eingewiesen. Eine Untersuchung ergab einen allgemein schlechten Gesundheitszustand des Mannes, aber keinen ersichtlichen Schaden durch die unmenschliche Betreuung. Er starb wenig später an Herzversagen im Spital.
(apa/red)
